Reformer, Peseschkian

Reformer Peseschkian fĂŒhrt bei PrĂ€sidentenwahl im Iran

06.07.2024 - 04:28:04

Mit Spannung wird das Endergebnis der PrÀsidentenwahl im Iran erwartet. Kann der Reformer Peseschkian seinen Vorsprung gegen Hardliner Dschalili halten?

  • Der Reformkandidat Peseschkian hoffte, NichtwĂ€hler umstimmen zu können. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

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  • Der Hardliner Dschalili genießt UnterstĂŒtzung von loyalen SystemanhĂ€ngern.  - Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa

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  • Staatsoberhaupt Chamenei eröffnet mit der Stimmabgabe die Wahl. - Foto: Arne BĂ€nsch/dpa

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Der Reformkandidat Peseschkian hoffte, NichtwĂ€hler umstimmen zu können. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpaDer Hardliner Dschalili genießt UnterstĂŒtzung von loyalen SystemanhĂ€ngern.  - Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpaStaatsoberhaupt Chamenei eröffnet mit der Stimmabgabe die Wahl. - Foto: Arne BĂ€nsch/dpa

Bei der PrĂ€sidentenwahl im Iran fĂŒhrt der moderate Massud Peseschkian knapp. Nach der AuszĂ€hlung von gut 80 Prozent der Wahllokale lag der Politiker des Reformlagers mit rund 12,7 Millionen Stimmen knapp vor dem Hardliner Said Dschalili, wie der Sprecher der Wahlbehörde am Samstag im Staatsfernsehehen verkĂŒndete. Der ultrakonservative Herausforderer kam demnach auf 10,4 Millionen Stimmen. 

Rund 61 Millionen Menschen waren am Freitag dazu aufgerufen, zwischen Peseschkian und Dschalili zu wÀhlen. Die vorgezogene Wahl war nach dem Tod von Amtsinhaber Ebrahim Raisi angesetzt worden, der im Mai bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war. Die Wahllokale waren nach mehrmaliger VerlÀngerung durch das Innenministerium noch bis in die spÀten Abendstunden geöffnet.

Von 80 Bewerbern hatte der sogenannte WĂ€chterrat, ein mĂ€chtiges islamisches Kontrollgremium, nur sechs als Kandidaten zugelassen. Zwei von ihnen zogen sich schon vor der ersten Abstimmung zurĂŒck. Anders als in vielen anderen LĂ€ndern ist der PrĂ€sident im Iran nicht das Staatsoberhaupt. Die eigentliche Macht konzentriert sich auf den ReligionsfĂŒhrer Chamenei. 

Reformkandidat gegen Hardliner

Der Reformkandidat Peseschkian ist 69 Jahre alt und stammt aus dem Nordwesten Irans. Im Wahlkampf warb der bisher eher unscheinbare Politiker fĂŒr neues Vertrauen zwischen Regierung und Volk, das nach gescheiterten Reformversuchen, politischer Repression und einer Wirtschaftskrise von der Politik maßlos enttĂ€uscht ist. Wie viele Politiker des Reformlagers forderte er eine Verbesserung der Beziehungen zum Westen. 

Dschalili gehörte frĂŒh zum engsten Machtzirkel und arbeitete im BĂŒro des ReligionsfĂŒhrers. Unter dem umstrittenen frĂŒheren PrĂ€sidenten Mahmud Ahmadinedschad war Dschalili ChefunterhĂ€ndler bei den Atomverhandlungen. Der Hardliner genießt breite UnterstĂŒtzung von radikalen und loyalen SystemanhĂ€ngern. Er gilt als eiserner Verfechter der Ideologie der Islamischen Revolution im Iran.

Wenig Wahlstimmung, viel Frustration

Bei der ersten Runde am vergangenen Freitag hatte die Wahlbeteiligung nach offiziellen Daten mit rund 40 Prozent ein Rekordtief erreicht. Darin spiegelt sich die große EnttĂ€uschung vor allem der jungen Generation, die den Glauben an große innenpolitische VerĂ€nderungen verloren hat. Der Tod der jungen Kurdin Jina Masa Amini im Herbst 2022 entfachte landesweite Proteste gegen das islamische Herrschaftssystem. 

Peseschkian kam vor einer Woche auf rund 10,4 Millionen (rund 42,5 Prozent), Dschalili auf 9,4 Millionen Stimmen (38,7 Prozent). FĂŒr den konservativen Drittplatzierten, ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf, stimmten etwa 3,4 Millionen Landesbewohner. Er sprach dann Dschalili seine UnterstĂŒtzung aus. Damit ging das konservative Lager mit einem leichten Vorteil in die Runde. Reformkandidat Peseschkian mĂŒsste fĂŒr einen Sieg vor allem NichtwĂ€hler umstimmen.

Irans politisches System vereint seit der Revolution von 1979 republikanische und auch theokratische ZĂŒge. Freie Wahlen gibt es jedoch nicht: Der WĂ€chterrat prĂŒft Kandidaten stets auf ihre ideologische Eignung. Eine grundsĂ€tzliche Kritik am System wird nicht geduldet, wie die Niederschlagung von Protesten in den vergangenen Jahren zeigte. 

@ dpa.de