Zoll-Deal: Barley sieht EU-Kommission eingeknickt
29.07.2025 - 02:00:00Das Ergebnis der Verhandlungen zeige eindrĂŒcklich, "dass wir mehr Investitionen in kritische Technologien, eine digitale Infrastruktur aus Europa und eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur brauchen", sagte die SPD-Politikerin: "Nur so kann Europa sich in der Welt wirklich behaupten." Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Achim Post forderte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zum Handeln auf. "Alles ist besser als ein Handelskrieg. Aber nichts ist wirklich gut: Die USA bleiben mit Trump der Risikofaktor fĂŒr die Weltwirtschaft", sagte Post dem "Tagesspiegel": "Die EU muss spĂ€testens jetzt schneller, souverĂ€ner und robuster handeln. Deutschland und die Bundesregierung mĂŒssen dabei der Motor sein. Das gilt auch fĂŒr die neue Wirtschaftsministerin." Es geht um die Zukunft der Exportnation Deutschland, und nicht um die Rente mit 70, sagte der SPD-Vize. Der SPD-Fraktionschef im Landtag NRW, Jochen Ott, sieht in der EU-USA-Vereinbarung eine "wirtschaftspolitische Appeasement-Politik", wie er dem "Tagesspiegel" sagte. "Der Zoll-Deal geht klar zulasten der europĂ€ischen Wirtschaft und ist aus nordrhein-westfĂ€lischer Sicht nicht akzeptabel", sagte Ott: "Wer die Industrie auf die Automobilwirtschaft reduziert und fĂŒr diese vermeintliche Privilegien durchboxen will, verkennt die Industriestruktur im Land. Ohne Stahl auch kein E-Auto." Hier mĂŒsse die Kommission "dringend nachbessern". Nötig seien "deutlich mehr Druck und aktive UnterstĂŒtzung von Bundeskanzler Merz und MinisterprĂ€sident WĂŒst - sie scheinen den Stahlstandort NRW offenbar abgeschrieben zu haben". "Dieser `Deal` ist wirtschaftspolitische Appeasement-Politik, die nicht tragfĂ€hig sein wird, Europas Wirtschaftsmacht verzwergt und auf Kosten der europĂ€ischen Industrie und Steuerzahler geht", sagte Ott: "Sie sollen jetzt die Steuergeschenke fĂŒr amerikanische MilliardĂ€re und MillionĂ€re finanzieren. Was fĂŒr eine Schande. Aber sie kommt nicht unerwartet. Europa ist das Opfer einer Schutzgelderpressung. Solange wir nicht selbst fĂŒr unsere Sicherheit sorgen können, kann Trump uns nach Belieben nötigen."


