Russland, Festnahme

Russland bestÀtigt Festnahme nach Mord an General Kirillow

18.12.2024 - 09:55:11

Mitten in Moskau wird ein General getötet - mutmaßlich im Auftrag der Ukraine. Einen Tag spĂ€ter prĂ€sentiert der russische Geheimdienst eine fast vollstĂ€ndige AufklĂ€rung.

Nach dem tödlichen Bombenanschlag auf den russischen General Igor Kirillow hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB nach eigenen Angaben einen TatverdĂ€chtigen festgenommen. Der Mann aus Usbekistan habe gestanden, dass er vom ukrainischen Geheimdienst SBU angeworben worden sei und von ihm den Sprengsatz erhalten habe. Das teilte der FSB in Moskau mit. UnabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen lassen sich diese Angaben nicht. 

Medien in der russischen Hauptstadt berichteten, dass zwei VerdĂ€chtige festgenommen worden seien. Durch Überwachungskameras am Tatort hĂ€tten die Behörden deren Autos identifizieren können, meldeten die Zeitungen «Kommersant» und «Iswestija» und das Portal «RBK». 

Kirillow, Chef der russischen Truppen zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Waffen, war am Dienstagmorgen vor seinem Wohnhaus in Moskau von einem Sprengsatz getötet worden. Auch sein Adjutant kam ums Leben. Russische Ermittler sprachen von Terror und gingen sofort von einer Tat ukrainischer Geheimdienste aus. In Kiew ließ der SBU inoffiziell durchblicken, dass der Anschlag auf sein Konto gehe.

Angeblich 100.000 US-Dollar Belohnung

Den Angaben des russischen Geheimdienstes zufolge soll der mutmaßliche AttentĂ€ter eine kleine WLAN-Kamera in einem Auto platziert haben, das an Kirillows Haus geparkt war. So hĂ€tten ukrainische Offiziere aus der Ferne die Bewegungen des Generals ĂŒberwachen können. Sie seien es auch gewesen, die die in einem Elektroroller versteckte Bombe ferngezĂŒndet hĂ€tten. Dem AttentĂ€ter seien fĂŒr die Tat 100.000 US-Dollar und eine Ausreise in die EU versprochen worden.

Die Ukraine hat mutmaßlich schon mehrfach AnschlĂ€ge auf Propagandisten des russischen Angriffskrieges verĂŒben lassen. Die Tötung eines Generals mitten in Moskau, die zwangslĂ€ufig Spuren hinterlĂ€sst, ist allerdings ungewöhnlich. Sie zeigt, dass die ukrainischen Dienste sich ihrer Sache sicher fĂŒhlten. Die russischen Geheimdienste stehen damit unter erheblichem Druck, die Tat schnell aufzuklĂ€ren und die Scharte auszuwetzen.

@ dpa.de