Moskau, Festnahmen

Moskau meldet drei neue Festnahmen nach Terroranschlag

04.04.2024 - 17:10:00

Russische Behörden suchen weiter nach den HintermÀnnern des schweren Anschlags in Moskau. PrÀsident Putin meinte, Islamisten hÀtten gar keinen Grund, Russland anzugreifen.

Nach dem Terroranschlag von Moskau mit mehr als 140 Toten hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB nach eigenen Angaben drei weitere mutmaßliche Helfershelfer festgenommen. Zwei der Festgenommenen sollen Geld fĂŒr den Kauf von Waffen und Autos ĂŒberwiesen haben, teilte der FSB mit. 

Den Ermittlungen zufolge soll der dritte Mann in die Anwerbung von Komplizen und die Finanzierung der Terroristen verwickelt sein. Den Angaben nach stammten alle drei Festgenommenen aus Zentralasien, auch wenn einer einen russischen Pass habe. Als Orte der Festnahmen wurden Moskau, Jekaterinburg und Omsk genannt.

Mindestens 144 Tote und etwa 550 Verletzte

Am 22. MĂ€rz hatten vier MĂ€nner in der Konzerthalle Crocus City Hall am Stadtrand von Moskau um sich geschossen und einen Brand gelegt. Bei diesem schwersten Terroranschlag in Russland seit Jahren wurden mindestens 144 Menschen getötet und etwa 550 Menschen verletzt. Die vier mutmaßlichen SchĂŒtzen wurden am Tag darauf festgenommen. SpĂ€ter gab es ĂŒber ein Dutzend weiterer Festnahmen mutmaßlicher UnterstĂŒtzer. Die VerdĂ€chtigen stammen laut Staatsmedien ĂŒberwiegend aus Tadschikistan in Zentralasien.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat die Attacke in mehreren Botschaften fĂŒr sich reklamiert. Die russischen Behörden beharren aber auf der Vermutung, dass hinter dem IS die Ukraine oder ihre westlichen UnterstĂŒtzer als eigentliche Drahtzieher stĂŒnden. Den Terroristen sei es darum gegangen, das in Russland vorbildliche Zusammenleben verschiedener Völker und Religionen zu untergraben, sagte PrĂ€sident Wladimir Putin am Donnerstag. Putin legte fĂŒr die Behauptungen keinerlei Belege vor.

Immer wieder AnschlÀge extremistischer Islamisten in Russland

«Russland kann nicht Ziel von terroristischen Angriffen islamistischer Fundamentalisten sein», sagte der Kremlchef. Dabei lĂ€sst er außer Acht, dass es in Russland seit den 2000er-Jahren immer wieder AnschlĂ€ge extremistischer Islamisten gab. Russische Truppen waren auch am Kampf gegen den IS in Syrien beteiligt. Experten weisen zudem darauf hin, dass Russland durch seine frĂŒheren Kriege in der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus weiter auch im Land selbst viele Feinde hat, die sich radikalisiert haben.

@ dpa.de