Völkermord-Vorwurf, Myanmar

Völkermord-Vorwurf gegen Myanmar: Auch Deutschland klagt

17.11.2023 - 11:54:37

Myanmars MilitĂ€r soll seit 2017 tausende Menschen ermordet oder vergewaltigt haben. Gambia brachte den Fall 2019 vor den Gerichtshof. Deutschland schließt sich der Klage an - neben anderen LĂ€ndern.

Deutschland und fĂŒnf weitere LĂ€nder wollen sich der Völkermord-Klage Gambias gegen Myanmar vor dem Internationalen Gerichtshof anschließen. Eine entsprechende AbsichtserklĂ€rung der LĂ€nder wurde vom Gericht in Den Haag veröffentlicht. Außer Deutschland geht es um DĂ€nemark, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und Kanada.

Gambia hatte Myanmar 2019 wegen Völkermordes an der muslimischen Rohingya-Minderheit vor den Gerichtshof gebracht. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen hatte bereits im vergangenen Jahr erklĂ€rt, dass es in dieser Sache zustĂ€ndig sei. Wann die Hauptverhandlung sein soll, ist noch nicht festgelegt. Prozesse vor dem Internationalen Gerichtshof können sich ĂŒber Jahre hinziehen.

Worum geht es?

Myanmars MilitÀr soll seit 2017 tausende Menschen ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und Menschen lebendig in ihren HÀusern verbrannt haben. Mehr als 700.000 Menschen flohen in das Nachbarland Bangladesch.

Das UN-Gericht hatte bereits 2020 in einem Zwischenurteil Myanmar zum sofortigen Schutz der Rohingya verpflichtet. Damals hatte noch die damalige Regierungschefin und FriedensnobelpreistrĂ€gerin, Aung San Suu Kyi, in Den Haag die VorwĂŒrfe zurĂŒckgewiesen. Sie wurde nach dem Putsch von 2021 inhaftiert.

Das UN-Gericht entscheidet in KonfliktfÀllen von Staaten. Seine Urteile sind bindend. Der Internationale Strafgerichtshof, ebenfalls mit Sitz in Den Haag, verfolgt dagegen individuelle VerdÀchtige.

@ dpa.de