UN-Vertreter berichtet von schrecklichen EindrĂŒcken in Gaza
14.07.2024 - 11:51:22Nach dem israelischen Luftangriff im SĂŒden des Gazastreifens spricht der UN-Vertreter Scott Anderson von einigen der schrecklichsten Szenen, die er in neun Monaten im Gazastreifen gesehen habe. In dem Krankenhaus von Chan Junis, das er besucht habe, gebe es nicht genĂŒgend Betten, viele Patienten wĂŒrden auf dem Boden und ohne ausreichende Desinfektionsmöglichkeiten behandelt, sagte der Direktor des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stina-FlĂŒchtlinge in Gaza.Â
Verzweifelte Eltern hĂ€tten ihm gesagt, dass sie in die humanitĂ€re Zone gezogen seien in der Hoffnung, dass ihre Kinder dort sicher wĂ€ren, sagte Anderson. Er forderte dazu auf, Zivilisten jederzeit zu schĂŒtzen. Eine Waffenruhe sei dringend notwendig, und die im Gazastreifen verbliebenen Geiseln mĂŒssten freigelassen werden.
Die israelische Armee hatte am Samstag im Gazastreifens den AnfĂŒhrer des militĂ€rischen Arms der Hamas, Mohammed Deif, angegriffen und dabei Dutzende andere Menschen getötet. Ob auch Deif bei dem Luftangriff getötet oder verletzt wurde, war zunĂ€chst nicht gewiss.Â
PalĂ€stinensischen Angaben zufolge wurden bei dem israelischen MilitĂ€reinsatz mindestens 90 Menschen getötet. Mindestens 300 weitere Menschen seien zudem in der humanitĂ€ren Zone Al-Mawasi verletzt worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde mit. Diese Angaben konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.
Ein Vertreter des israelischen MilitĂ€rs rĂ€umte spĂ€ter in einem Briefing ein, dass das getroffene Objekt in der von Israel so deklarierten humanitĂ€ren Zone westlich von Chan Junis gelegen habe. «Es war aber eine abgezĂ€unte, bewachte Hamas-Basis, besetzt mit Terroristen», fĂŒgte er hinzu. Auch diese Angaben können derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.Â


