Jewgeni Prigoschin, Wagner

Prigoschin nach Aufstand: Kein Machtwechsel geplant

26.06.2023 - 17:53:36 | dpa.de

Nach dem missglĂŒckten Aufstand wurde es zunĂ€chst still um den Söldner-Chef. Nun meldet er sich erstmals zu Wort - und greift erneut das russische Verteidigungsministerium an.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat sich nach dem missglĂŒckten Aufstand erstmals zu Wort gemeldet. - Foto: -/AP/dpa
Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat sich nach dem missglĂŒckten Aufstand erstmals zu Wort gemeldet. - Foto: -/AP/dpa

Der Chef der russischen Söldnereinheit Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat in seiner ersten Wortmeldung nach dem missglĂŒckten Aufstand vom Wochenende dementiert, einen Machtwechsel in Moskau angestrebt zu haben.

«Wir sind losgegangen, um Protest zu demonstrieren, nicht um die Obrigkeit im Land zu stĂŒrzen», sagte der 62-JĂ€hrige in einer Sprachnachricht, die heute von seinem Pressedienst auf Telegram verbreitet wurde. Angaben zu seinem aktuellen Aufenthaltsort machte Prigoschin nicht.

Prigoschin wiederholt VorwĂŒrfe

Einmal mehr wiederholte er seinen Vorwurf gegen das russische Verteidigungsministerium, MilitĂ€rlager der Söldner am vergangenen Freitag beschossen zu haben. Dabei wurden nach seinen Angaben 30 Wagner-KĂ€mpfer getötet. Dies sei zusĂ€tzlich zur vom Ministerium angestrebten Auflösung der Wagner-Truppe der Auslöser fĂŒr den Marsch Richtung Moskau gewesen.

Prigoschin, der lange als Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin galt, nach dem Beginn des Aufstands von diesem aber als VerrĂ€ter bezeichnet wurde, rĂ€umte ein, dass der Vormarsch Tote gefordert hatte. «WĂ€hrend unseres Marsches wurde kein einziger Soldat auf dem Boden getötet. Wir bedauern, dass wir gezwungen waren, Flugobjekte abzuschießen - aber das deshalb, weil sie uns bombardiert haben», sagte er. Nach Berichten russischer MilitĂ€rblogger wurden bei der Auseinandersetzung sechs Hubschrauber und ein Flugzeug der russischen Armee zerstört und deren Besatzungen getötet. Offiziell hat die russische FĂŒhrung diese Verluste nicht eingestanden.

Söldner-Chef lobt Marsch als beispielhaft

Prigoschin wiederum lobte den Marsch auf Moskau als beispielhaft dafĂŒr, wie der von Putin am 24. Februar 2022 befohlene Angriff auf die Ukraine hĂ€tte ablaufen sollen. Ein schneller Vormarsch der eigenen Einheiten, die Ausschaltung aller militĂ€rischen Objekte des Gegners auf dem Weg - und das praktisch ohne Opfer. Auf eigener Seite seien zwei Soldaten gestorben und mehrere Söldner verletzt worden, sagte Prigoschin.

Die Söldnereinheit Wagner hat bis zuletzt eine bedeutende Rolle in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gespielt, insbesondere bei der monatelangen blutigen ErstĂŒrmung der ostukrainischen Stadt Bachmut. Dabei sollen Medienberichten zufolge zehntausende Bewaffnete ums Leben gekommen sein. Erst Anfang Juni wurde die Schlacht fĂŒr beendet erklĂ€rt, und Prigoschin zog seine Einheiten aus der umkĂ€mpften Stadt zurĂŒck, um sie im Hinterland wieder aufzufĂŒllen.

Prigoschin betonte die Rolle von Belarus' Machthaber Alexander Lukaschenko bei der Beendigung des Aufstandes. Dieser habe eine friedliche Lösung vermittelt, um ein Blutvergießen in Russland zu verhindern. Nach dem Ende der Revolte sollte Prigoschin laut Angaben aus dem Kreml nach Belarus ausreisen.

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