Kreml, Nato-Truppen

Kreml: Nato-Truppen in der Ukraine gefĂ€hrlich und unnĂŒtz

05.09.2025 - 13:17:50

Nach dem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen betont Moskau seine Ablehnung von Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine. Kremlchef Putin sieht auch in GesprÀchen mit Selenskyj wenig Sinn.

  • Der Kreml argumentiert mit eigenen Sicherheitsinteressen. (Archivbild) - Foto: Ulf Mauder/dpa

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  • Kremlchef Wladimir Putin lehnt Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine kategorisch ab. - Foto: Stepan Pugachev/Roscongress Foundation/AP/dpa

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Der Kreml argumentiert mit eigenen Sicherheitsinteressen. (Archivbild) - Foto: Ulf Mauder/dpaKremlchef Wladimir Putin lehnt Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine kategorisch ab. - Foto: Stepan Pugachev/Roscongress Foundation/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin hat seine Ablehnung von Truppen aus Nato-Staaten in der von ihm angegriffenen Ukraine bekrÀftigt. Er argumentierte bei einem Auftritt auf dem Wirtschaftsforum in Wladiwostok, dass bei einer langfristigen Friedensvereinbarung gar keine auslÀndischen Truppen in der Ukraine nötig seien. Es brauche niemand daran zweifeln, dass sich Russland an eine solche Vereinbarung halte, sagte er. Damit reagierte er auf Planungen westlicher Staaten zu einer möglichen TruppenprÀsenz in der Ukraine nach einem Kriegsende.

«Wenn da irgendwelche StreitkrĂ€fte auftauchen - besonders jetzt wĂ€hrend der Kampfhandlungen -, dann gehen wir davon aus, dass sie gesetzmĂ€ĂŸige Ziele sind», sagte Putin. Sie wĂŒrden zerstört, drohte er an.

Reaktion auf Koalition der Willigen

Zuvor hatten bei einem Treffen in Paris westliche Staaten aus der sogenannten Koalition der Willigen ĂŒber mögliche Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine nach einem Ende des Kriegs gesprochen. Dabei hatten sich zahlreiche LĂ€nder bereiterklĂ€rt, zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens Truppen zu entsenden. Eine TruppenprĂ€senz europĂ€ischer Nato-Staaten in der Ukraine wĂ€re nach Angaben aus MilitĂ€rkreisen vor allem als großangelegter Ausbildungseinsatz denkbar. Demnach geht es nicht um eine Friedenstruppe im klassischen Sinn.

Die bereits mehrfach von Moskau geĂ€ußerte Ablehnung begrĂŒndete Kremlsprecher Dmitri Peskow damit, dass die PrĂ€senz auslĂ€ndischer StreitkrĂ€fte nahe der russischen Grenze fĂŒr Moskau eine Gefahr darstelle. Die Nato sehe Russland als Feind und habe dies in ihren Dokumenten festgeschrieben. «Das ist gefĂ€hrlich fĂŒr unser Land», betonte Peskow. 

Kreml: Russland braucht auch Sicherheit

Bei der Diskussion um Sicherheitsgarantien könne es nicht nur um die Ukraine gehen. Auch Russland brauche Garantien fĂŒr seine Sicherheit. Peskow erinnerte an die russische Position, dass der seit mehr als dreieinhalb Jahren andauernde Krieg gegen die Ukraine seine Wurzeln auch in der Erweiterung der Nato bis an die Grenzen Russlands habe. 

Die Sicherheit der Ukraine, die in die Nato strebt, dĂŒrfe nicht auf Kosten Russlands gewĂ€hrleistet werden. «Das wird uns nicht dabei helfen, einer Lösung des Ukraine-Konflikts nĂ€herzukommen», sagte Peskow. Ein Kriegsziel Russlands besteht nach Kremlangaben darin, eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine zu verhindern.

Putin bezweifelt Sinn eines GesprÀchs mit Selenskyj

WÀhrend viele in einem Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj einen Schritt sehen, um der Lösung des Konflikts nÀherzukommen, zog dies der Kremlchef selbst in Zweifel. Einmal mehr stellte der 72-JÀhrige die LegitimitÀt des Ukrainers infrage. Dessen Amtszeit sei im Vorjahr ausgelaufen, sagte er in Wladiwostok. Putin bestritt, dass sich Selenskyjs Vollmachten wegen des durch die russische Invasion ausgerufenen Kriegsrechts in der Ukraine verlÀngerten.

Ergebnisse könnten Verhandlungen mit Selenskyj daher nicht bringen, da er keine rechtlichen Befugnisse mehr habe, etwas zu unterzeichnen, behauptete er. Das ukrainische Kriegsrecht sieht vor, dass wÀhrend des Kriegs keine Wahlen abgehalten und die Befugnisse des PrÀsidenten daher verlÀngert werden. Putin hatte seinen Krieg gegen die Ukraine im Februar 2022 begonnen.

Putin wiederholt Einladung nach Moskau

Unter diesen UmstĂ€nden ist unklar, was Putins gleichzeitig nach außen demonstrierte Bereitschaft, Selenskyj in Moskau zu empfangen, wert ist. Wenn Selenskyj mit ihm reden wolle, sei die russische Hauptstadt der beste Ort dafĂŒr, sagte Putin. Selenskyjs Sicherheit werde gewĂ€hrleistet. Er selbst werde aber nicht wegen eines solchen Treffens ins Ausland reisen, betonte Putin. 

Eben ein solches Treffen in der Hauptstadt des Angreifers hatte Selenskyj gerade erst abgelehnt. Kiew verwies darauf, dass es mindestens sieben Staaten gebe, die sich bereiterklĂ€rt hĂ€tten, einen solchen Gipfel auszutragen, darunter seien neben der TĂŒrkei auch drei Golfstaaten, die in dem Konflikt als neutral gelten.

@ dpa.de