Thailand baut Grenzzaun nach Konflikt mit Kambodscha
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 05:28 Uhr | dpa.deThailands Regierung zieht nach den schweren Grenzgefechten mit dem Nachbarn Kambodscha im vergangenen Jahr sichtbare Konsequenzen. Entlang der gemeinsamen Grenze hat das MilitÀr den ersten Abschnitt eines dauerhaften Grenzzauns errichtet. Der 1,3 Kilometer lange Pilotabschnitt in der Provinz Chanthaburi besteht aus Stahlbetonplatten mit Stahlgitter und Stacheldraht und soll nach Angaben der Armee die Sicherheit an der Grenze erhöhen, wie thailÀndische Reporter am Mittwochabend nach einem Ortsbesuch berichteten.
UngeklĂ€rter GrenzverlaufÂ
Zwischen den Nachbarstaaten kam es unter anderem wegen des historisch ungeklĂ€rten Grenzverlaufs schon mehrfach zu Gefechten. Im vergangenen Jahr waren die StreitkrĂ€fte beider LĂ€nder in wochenlange Gefechte verwickelt, die fast 150 Menschen das Leben kosteten und Hunderttausende Bewohner auf beiden Seiten der Grenze in die Flucht trieben. Seit Ende Dezember gilt eine fragile Waffenruhe.Â
Thailands Armeechef Ukrit Boontanon bezeichnete die Anlage laut «Bangkok Post» als «stabil, stark und dauerhaft». Die Betonplatten seien getestet worden und könnten Beschuss mit Kleinwaffen standhalten. Der Zaun soll zunÀchst um weitere gut sieben Kilometer verlÀngert werden.
Ein durchgehender Zaun entlang der mehr als 800 Kilometer langen Grenze ist nach Angaben des MilitĂ€rs jedoch nicht geplant. Es werde jeweils einzeln geprĂŒft, wo eine feste Barriere sinnvoll sei. In Abschnitten mit ungeklĂ€rtem Grenzverlauf wĂŒrden vorerst provisorische Sperren aus scharfem Stacheldraht errichtet.
Was sagt Kambodscha?
Aus Kambodscha kam zuletzt eine zurĂŒckhaltende Reaktion. Die Regierung in Phnom Penh erklĂ€rte, sie habe grundsĂ€tzlich nichts gegen einen Grenzzaun auf thailĂ€ndischem Staatsgebiet einzuwenden. Voraussetzung sei jedoch, dass die Anlage nicht in Gebieten mit ungeklĂ€rten BesitzansprĂŒchen errichtet werde und der Grenzverlauf zuvor von der gemeinsamen Grenzkommission beider LĂ€nder geklĂ€rt worden sei.
