RumÀniens, StaatsprÀsident

RumĂ€niens StaatsprĂ€sident erklĂ€rt RĂŒcktritt

10.02.2025 - 14:47:25

Nach der annullierten PrĂ€sidentenwahl wollte Klaus Iohannis bis zur nĂ€chsten Wahl Staatschef bleiben. Wegen eines drohenden Enthebungsverfahrens nimmt der unpopulĂ€re Politiker frĂŒher seinen Hut.

RumĂ€niens StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis hat seinen RĂŒckritt erklĂ€rt, nachdem das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet hat. Zur BegrĂŒndung sagte er, er wolle seinem Land eine politische Krise ersparen. Denn auf eine beantragte Amtsenthebung muss ein Referendum folgen. Ab Mittwoch ĂŒbernimmt nun SenatsprĂ€sident Ilie Bolojan kommissarisch das Amt des Staatsoberhaupts. 

UnpopulÀrer Iohannis gilt als Belastung

Das Verfassungsgericht hatte nach der im Dezember annullierten PrĂ€sidentenwahl eigentlich entschieden, dass Iohannis bis zur nĂ€chsten Wahl im Amt bleiben darf - sie ist am 4. Mai geplant. Doch sollen die mitregierende bĂŒrgerliche Nationalliberale Partei PNL und ihr Koalitionspartner PSD (Sozialdemokraten) nun Iohannis den vorzeitigen RĂŒcktritt nahegelegt haben. Medien kommentierten, der unbeliebte Iohannis hĂ€tte bei einem Verbleib im Amt im neuen Wahlkampf als Belastung fĂŒr die Regierungsparteien gegolten.

Iohannis amtiert seit 2014. Da nunmehr sein zweites Mandat endet, durfte er nicht erneut fĂŒr das PrĂ€sidentenamt kandidieren. Er war 2014 auch von der PNL unterstĂŒtzt worden. 

Die Parlamentswahl vom 24. November 2024 hatte das Verfassungsgericht annulliert und eine Wiederholung der Wahl angeordnet. Zur BegrĂŒndung erklĂ€rte das Gericht, dass dabei WĂ€hler durch gesetzwidrig bevorzugte Behandlung eines Kandidaten in den sozialen Medien manipuliert worden seien. Bei dem ersten Wahlgang hatte ein rechtsextremer und russlandfreundlicher Politiker völlig ĂŒberraschend den ersten Platz errungen. Der bis kurz vor der Wahl wenig bekannte Calin Georgescu hatte vor allem auf der App Tiktok fĂŒr sich geworben. Tiktok habe es verabsĂ€umt, Georgescu als Politiker und dessen BeitrĂ€ge als Wahlwerbung zu kennzeichnen, bemĂ€ngelte RumĂ€niens Regierung. Hierzu laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

@ dpa.de