Ausland, Ausland

Bundesregierung: Kein Kontakt nach irrtĂŒmlicher Abschiebung eines Uiguren.

23.02.2020 - 13:06:42 | ad-hoc-news.de

Nach der unrechtmĂ€ĂŸigen Abschiebung eines Uiguren aus Deutschland lĂ€sst die Volksrepublik China eine Kontaktaufnahme weiterhin nicht zu.

AuswÀrtiges Amt - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
In ihrer Montagsausgabe berichtet die Tageszeitung „Welt“, dass sich ein zu Unrecht aus Deutschland abgeschobener Uigure laut AuswĂ€rtigem Amts in China immer noch in Haft befinde. Dem Uguiren werde von den chinesischen Behörden “Separatismus“ vorgeworfen. Allerdings lĂ€gen dem AuswĂ€rtigen Amt keine Hinweise auf eine mögliche Verurteilung durch ein chinesisches Gericht vor. Ein Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes sagte der „Welt“ auf Anfrage, dass sich die Bundesregierung „auf allen Ebenen“ intensiv fĂŒr „Herrn A.“ eingesetzt und von den chinesischen Behörden Auskunft ĂŒber dessen Verbleib und Wohlbefinden verlangt habe, nachdem sie Kenntnis von dem Vorfall erlangt habe. Das Kreisverwaltungsreferat MĂŒnchen hatte die Abschiebung des seinerzeit 22 Jahre alten Uiguren nach China veranlasst, obwohl dessen Asylverfahren noch nicht abgeschlossen war. Margarete Bause, die Sprecherin der Bundestagsfraktion der GrĂŒnen fĂŒr Menschenrechte, hĂ€lt die „Behördenpanne“ und die damit verbundenen gravierenden Folgen fĂŒr einen Skandal. Ein eklatanter Fehler der Behörden in Deutschland habe dazu gefĂŒhrt, der die rechtswidrige Abschiebung eines Asylsuchenden „bei Nacht und Nebel“ erfolgt sei. Als der Uigure im April 2018 abgeschoben wurde, habe die Regierung bereits Kenntnis ĂŒber die Repressionen gegen die Volksgruppe der Uiguren in China gehabt. Daher sei die Regierung in der Lage gewesen, die Konsequenzen einzuschĂ€tzen, die mit einer Auslieferung des Asylbewerbers in die Volksrepublik voraussichtlich verbunden sein wĂŒrden. Der FDP-Bundestagsabeordnete Gyde Jensen, der den Vorsitz im Bundestagsausschuss fĂŒr Menschenrechte und humanitĂ€re Hilfe innehat, Ă€ußerte ebenfalls Kritik. Die Bundesregierung habe bereits vor Jahresfrist angekĂŒndigt, sich um den Fall des Uiguren zu kĂŒmmern, doch seien bislang keinerlei Ergebnisse ersichtlich. Dies aber zeige, dass die Bundesregierung im Bereich der Menschenrechte kaum ĂŒber ausreichende diplomatische Möglichkeiten verfĂŒge, zumal die Volksrepublik China sehr daran interessiert sei, die Geschehnisse in den Arbeits- und Umerziehungslagern in der zu China gehörenden Uiguren-Provinz Xinjiang „unter den Teppich zu kehren“. Das sollte uns alle nach Meinung von Jensen keinesfalls unberĂŒhrt lassen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete verlangte daher, stĂ€rkeren Druck auf China auszuĂŒben – und zwar sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf diplomatischem Weg. Die Bundesregierung sei gefordert, ihr Verlangen nach uneingeschrĂ€nktem Zugang von Beobachtern der Vereinten Nationen zu den Arbeitslagern in der Provinz Xinjang jetzt endlich mit Nachdruck zu vertreten. Ähnlich argumentiert die GrĂŒnen-Abgeordnete Bause: Die Bundesregierung mĂŒsse in sĂ€mtlichen mit China stattfindenden bilateralen GesprĂ€chen auf die Menschenrechtslage hinweisen, besonders schwere Falle thematisieren und sich regelmĂ€ĂŸig nach den LebensumstĂ€nden des zu Unrecht abgeschobenen Uiguren erkundigen. Dies, so Margarete Bause, sei schon deshalb von grĂ¶ĂŸter Bedeutung, um China ein deutliches Signal zu vermitteln, dass die Bundesrepublik ĂŒber eine solche Angelegenheit „nicht einfach Gras wachsen lĂ€sst“.

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