Frankreichs, Premier

Frankreichs Premier reicht RĂŒcktritt ein - Druck auf Macron

05.12.2024 - 14:16:51

Nach einem Misstrauensvotum reichte Kurzzeit-Premier Barnier seinen RĂŒcktritt ein. Nun ist es an PrĂ€sident Macron, die politische Krise zu lösen - auch, um selbst aus der Schusslinie zu kommen.

  • PrĂ€sident Macron gerĂ€t in der politischen Krise zunehmend unter Druck (Archivbild). - Foto: Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

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  • Barnier geht als Premier mit der kĂŒrzesten Amtszeit in die jĂŒngere französische Geschichte ein (Archivbild). - Foto: Alain Jocard/AFP/dpa

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  • Der Altlinke Jean-Luc MĂ©lenchon strebt das PrĂ€sidentenamt an (Archivbild). - Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa

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  • Die Rechtsnationale Marine Le Pen will bei der nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl erneut kandidieren (Archivbild). - Foto: Stephane de Sakutin/POOL AFP/AP/dpa

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PrĂ€sident Macron gerĂ€t in der politischen Krise zunehmend unter Druck (Archivbild). - Foto: Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpaBarnier geht als Premier mit der kĂŒrzesten Amtszeit in die jĂŒngere französische Geschichte ein (Archivbild). - Foto: Alain Jocard/AFP/dpaDer Altlinke Jean-Luc MĂ©lenchon strebt das PrĂ€sidentenamt an (Archivbild). - Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpaDie Rechtsnationale Marine Le Pen will bei der nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl erneut kandidieren (Archivbild). - Foto: Stephane de Sakutin/POOL AFP/AP/dpa

Der französische Premierminister Michel Barnier hat nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen seine Mitte-Rechts-Regierung seinen RĂŒcktritt eingereicht. PrĂ€sident Emmanuel Macron, der in der politischen Krise zunehmend selbst unter Druck gerĂ€t, bat Barnier, mit seiner Regierung vorĂŒbergehend geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt zu bleiben, hieß es in Paris. 

Am Mittwochabend hatten das LinksbĂŒndnis und die Rechtsnationalen von Marine Le Pen im Parlament die erst seit drei Monaten amtierende Regierung im Streit um einen Sparhaushalt gestĂŒrzt. Barnier geht damit als der Premierminister mit der kĂŒrzesten Amtszeit in die jĂŒngere französische Geschichte ein.

Macron zunehmend unter Druck

Am Abend will PrĂ€sident Macron sich Ă€ußern - das dĂŒrfte Aufschluss darĂŒber geben, wie es jetzt weitergeht. Nach Medienberichten will Macron sehr zĂŒgig einen neuen Regierungschef ernennen, denn er gerĂ€t in der politischen Krise zunehmend unter Druck.

Die populistischen KrĂ€fte am linken und rechten Rand in der Pariser Nationalversammlung nehmen Macron nach dem Regierungssturz zunehmend ins Visier. Sie fordern, dass er zurĂŒcktritt, oder zumindest einen frĂŒheren Termin fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl in Betracht zieht. Macron hat bislang aber betont, bis zum Ende seiner regulĂ€ren Zeit 2027 im Amt bleiben zu wollen.

Populisten streben nach dem PrÀsidentenamt

Der Rechtsnationalen Marine Le Pen und dem Altlinken Jean-Luc Mélenchon wird aus dem Regierungslager vorgeworfen, die politische Krise in Frankreich anzufachen. Ihnen gehe es darum, Macron vorzeitig zu Fall zu bringen, um dann selbst bei einer vorgezogenen PrÀsidentschaftswahl anzutreten. Macron kann nach zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren.

Hochverschuldetes Frankreich in wirtschaftlicher Klemme

Macron steht nun unter Zugzwang, die Krise schnell zu lösen. Einerseits ist ihm daran gelegen, zĂŒgig eine stabile und handlungsfĂ€hige Regierung zu finden. Dies wĂŒrde ihn fĂŒr den Rest seiner Amtszeit aus der politischen Schusslinie bringen. 

Andererseits steht das hochverschuldete Frankreich unter dem Druck von BrĂŒssel, rasch einen Sparhaushalt zu beschließen und seine öffentlichen Finanzen zu sanieren. Dies ist auch nötig, um nachhaltigen wirtschaftlichen Schaden vom Land abzuwenden, denn das Vertrauen der Unternehmen und FinanzmĂ€rkte ist durch die politische HĂ€ngepartie beschĂ€digt. Diese hĂ€lt im Grunde seit dem Sommer an - seit der vorgezogenen Parlamentswahl, die Macron nach der Europawahl ĂŒberraschend veranlasst hatte.

Frankreich und Deutschland schwÀcheln gleichzeitig

Außerdem wĂ€re angesichts des Ukraine-Kriegs, der Unsicherheit vor dem Antritt des kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten Donald Trump und der Spannungen im Welthandel eigentlich ein starkes Frankreich auf internationalem Parkett gefragt, das nicht von heimischen Problemen und Haushaltsfragen gelĂ€hmt wird. Auch fĂ€llt in der EU mit dem gleichzeitigen SchwĂ€cheln von Frankreich und Deutschland, wo im Februar frĂŒher als geplant ein neuer Bundestag gewĂ€hlt wird, der treibende Motor aus.

Der Ausweg aus der Krise in Frankreich ist nicht einfach, denn die seit der Wahl bestehenden schwierigen KrĂ€fteverhĂ€ltnisse im Parlament bleiben vorerst bestehen. Weder das linke Lager, das die Parlamentswahl im Sommer gewann, noch Macrons Mitte-KrĂ€fte und auch nicht die Rechtsnationalen um Le Pen haben eine eigene Mehrheit. Die Regierungssuche dĂŒrfte erneut schwierig werden. Dass es am Ende fĂŒr mehr als eine Minderheitsregierung reicht, scheint unwahrscheinlich.

@ dpa.de