RAF Fairford, US-Bomber

RAF Fairford: USA holen nach Anschlagsdrohung alle Bomber zurück

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 00:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach einem Sicherheitsvorfall nahe RAF Fairford hat das Pentagon alle dort stationierten US-Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurückverlegt. Hintergrund sollen neue Hinweise auf einen vom Iran unterstützten Anschlag sein.

Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurückbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Das Pentagon hat alle US-Bomber in die Heimat zurückbeordert. (Archivfoto) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Das US-Verteidigungsministerium hat nach einem Vorfall an der britischen Luftwaffenbasis RAF Fairford alle dort stationierten US-Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurückbeordert.

Pentagon bestätigt Rückkehr

Ein Ministeriumsbeamter bestätigte, sämtliche auf dem Stützpunkt stationierten US-Bomber seien wieder an ihre Heimatstützpunkte in den USA zurückgekehrt. Aus Gründen der operativen Sicherheit habe das Pentagon Bewegungen von Streitkräften und Material zuvor nicht in Echtzeit kommentiert.

Nach Informationen der New York Times sollen neue Drohungen gegen RAF Fairford den überraschenden Abzug ausgelöst haben. Demnach habe es Hinweise auf einen vom Iran unterstützten Anschlag auf den Stützpunkt gegeben. Das Pentagon äußerte sich dazu nicht weiter.

Verlegung wegen des Iran-Krieges

Die US-Streitkräfte hatten im März zusätzliche Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt. Damit sollte die Einsatzplanung im Krieg gegen Iran flexibler werden. Nach Darstellung der New York Times sei die Rückverlegung zuletzt so dringlich gewesen, dass einige Maschinen mit ihren Besatzungen bereits gestartet seien, während Tankflugzeuge für die Unterstützung über dem Atlantik noch vorbereitet worden seien.

Ein US-Beamter sagte dem Bericht zufolge, die Warnungen hätten bereits seit etwa drei Wochen vorgelegen. In den vergangenen 24 Stunden habe sich die Lage jedoch wegen konkreter Details zugespitzt.

Fünf Männer wieder auf freiem Fuß

Ende September waren nahe RAF Fairford fünf Männer festgenommen worden. Gegen sie wird wegen des Verdachts ermittelt, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden.

Der britische Premierminister Andy Burnham bestätigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. US-Außenminister Marco Rubio sprach von einer möglichen Beteiligung eines ausländischen Akteurs. Zuletzt sollen noch zwölf B-1-Bomber vor Ort gewesen sein.

Das Pentagon erklärte, die Piloten seiner Bomberflotte mit B-1-, B-2- und B-52-Maschinen blieben bereit, weltweit Präzisionsangriffe durchzuführen.

Ein Stützpunkt mit strategischer Bedeutung

RAF Fairford ist ein wichtiger europäischer Standort für die US-Luftwaffe. Die Basis ermöglicht den Vereinigten Staaten, Langstreckenbomber näher an den Einsatzraum im Nahen Osten zu verlegen und damit Reaktionszeiten sowie logistische Wege zu verkürzen. Im März waren deshalb zusätzliche Bomber nach Großbritannien gebracht worden.

Der nun abgeschlossene Abzug betrifft nach den Angaben des US-Verteidigungsministeriums die gesamte auf RAF Fairford stationierte Bomberflotte. Dass einzelne Maschinen laut der berichteten Darstellung bereits ohne vorbereitete Tankflugzeuge gestartet seien, unterstreicht die Dringlichkeit der Sicherheitsentscheidung. Für die militärische Einsatzplanung bedeutet die Rückkehr in die USA zunächst größere Distanzen, nicht aber das Ende der Einsatzbereitschaft.

Sicherheitslage im Umfeld des Iran-Krieges

Die Maßnahme fällt in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen den USA und Iran. Der Konflikt reicht über den unmittelbaren Einsatzraum hinaus: Militärische Einrichtungen, Transportwege und Einrichtungen verbündeter Staaten können zu Sicherheitsrisiken werden. Die Festnahme von fünf Männern nahe RAF Fairford Ende September hatte bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf terroristische Vorbereitung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ausgelöst.

Für Anwohner und Reisende in der Region dürfte vor allem die weitere Sicherheitsbewertung relevant sein. Die Rückverlegung der Bomber verändert den Flugbetrieb und die militärische Präsenz am Standort, sagt aber allein nichts über den Ausgang der Ermittlungen oder die konkrete Herkunft der Bedrohung aus. Die US-Streitkräfte erklärten zugleich, ihre B-1-, B-2- und B-52-Besatzungen blieben für weltweite Präzisionsangriffe verfügbar.

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