Österreich, EU

Ökonom Felbermayr sieht deutliche Bremsspuren im Handel mit USA

24.12.2025 - 13:19:48

Nach EinschĂ€tzung des Direktors des Österreichischen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Wifo, Gabriel Felbermayr, ist die handelspolitische Unsicherheit in der Welt mit US-PrĂ€sident Donald Trump grĂ¶ĂŸer denn je geworden.

FĂŒr das nĂ€chste Jahr erwarte er eine Stagnation oder das Schrumpfen des Welthandels, sagte Felbermayr der Mediengruppe Bayern. Trump habe die Welt der AußenhĂ€ndler verĂ€ndert. "Er hat die handelspolitische Unsicherheit auf nie gesehene Rekordhöhen getrieben."

Zwar habe sich manches, was angekĂŒndigt worden sei, in der Umsetzung als weniger fĂŒrchterlich erwiesen, aber die USA hĂ€tten sich aus dem regelbasierten Welthandelssystem zurĂŒckgezogen. "Und sie treiben mit ihrer Politik auch andere LĂ€nder in den Protektionismus, etwa, weil die befĂŒrchteten Handelsumlenkungen auch andere LĂ€nder in hohe Schutzzölle treiben", so Felbermayr. Von einem allgemeinen Bremseffekt der Trump-Politik auf den Welthandel will Felbermayr noch nicht sprechen. Obwohl sich der reale Welthandel 2025 gut entwickelt habe, seien aber "jetzt schon deutlich die Bremsspuren im Handel mit den USA" zu sehen. Die deutschen Exporte im Oktober 2025 hĂ€tten um mehr als acht Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Auch die US-Importe aus China seien stark gefallen. Doch China habe es bisher geschafft, die Handelsströme auf andere MĂ€rkte umzulenken, was den Welthandel stabilisiert habe. "Im nĂ€chsten Jahr wird aber im Welthandel eine Stagnation oder leichte Schrumpfung erwartet", prognostizierte der Wifo-Chef.

@ dts-nachrichtenagentur.de