Myanmars Junta verlÀngert erneut Ausnahmezustand
31.07.2024 - 11:47:53Dreieinhalb Jahre nach ihrem Putsch hat die MilitĂ€rjunta in Myanmar den Ausnahmezustand in dem Krisenland fĂŒr weitere sechs Monate verlĂ€ngert. Die GenerĂ€le erklĂ€rten in einer offiziellen Mitteilung, diese Entscheidung sei aufgrund der weiterhin instabilen Lage und der anhaltenden Unruhen im Land getroffen worden. Die von vielen erhofften Parlamentswahlen werden damit erneut verschoben.
Die Armee hatte am 1. Februar 2021 geputscht und die demokratisch gewĂ€hlte De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. UrsprĂŒnglich versprochene Wahlen wurden seither unter dem Vorwand, dass die Gewalt im Land diese nicht zulasse, immer wieder vertagt.
VerlÀngerung widerspricht der Verfassung
Der Ausnahmezustand wurde erstmals nach dem Umsturz verhĂ€ngt und seither immer wieder verlĂ€ngert. Eigentlich liegt die im frĂŒheren Birma vorgesehene Maximaldauer bei zwei Jahren - so steht es in der ebenfalls unter einer MilitĂ€rregierung verabschiedeten Verfassung aus dem Jahr 2008.
Seit dem Coup versinkt Myanmar in Chaos und Gewalt. Die Junta unterdrĂŒckt Widerstand mit brutaler Gewalt. International ist das Land fast völlig isoliert. FriedensnobelpreistrĂ€gerin Suu Kyi (79) sitzt im GefĂ€ngnis und verbĂŒĂt wegen zahlreicher angeblicher Vergehen eine langjĂ€hrige Haftstrafe.
Junta verliert zunehmend die Kontrolle
In verschiedenen Landesteilen kĂ€mpfen ethnische Gruppen, manche auch mit NĂ€he zum Nachbarland China, gegen die GenerĂ€le - mit zunehmendem Erfolg. In vielen Landesteilen hat die Junta Experten zufolge bereits die Kontrolle verloren.Â
Derweil baut Junta-Chef Min Aung Hlaing seine Macht aus: Erst in der vergangenen Woche ĂŒbernahm er noch zusĂ€tzlich das Amt des InterimsprĂ€sidenten. Der bisher amtierende PrĂ€sident Myint Swe, der in der Regierung von Suu Kyi VizeprĂ€sident war, mĂŒsse sich aus gesundheitlichen GrĂŒnden beurlauben lassen, hatte der MilitĂ€rrat mitgeteilt.
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