Jewgeni Prigoschin, Wagner

Putin dankt Sicherheitsapparat fĂŒr Gegenwehr

26.06.2023 - 22:31:26 | dpa.de

Nach Prigoschin meldet sich auch der Kremlchef zwei Tage nach der Zerschlagung der Wagner-Revolte zu Wort - und erklÀrt das Nichtstun der Sicherheitsorgane.

  • Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin meldet sich nach dem Aufstand in einer Fernsehansprache zu Wort. - Foto: Uncredited/Russian Presidential Press Service/AP/dpa
    Der russische PrÀsident Wladimir Putin meldet sich nach dem Aufstand in einer Fernsehansprache zu Wort. - Foto: Uncredited/Russian Presidential Press Service/AP/dpa
  • Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin stoppte seinen Vormarsch erst rund 200 Kilometer vor Moskau. - Foto: -/AP/dpa
    Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin stoppte seinen Vormarsch erst rund 200 Kilometer vor Moskau. - Foto: -/AP/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Kremlchef Wladimir Putin hat den russischen SicherheitskrĂ€ften und der Bevölkerung nach der Zerschlagung der Revolte der Privatarmee Wagner fĂŒr ihren RĂŒckhalt gedankt. «Ich danke allen Soldaten, Mitarbeitern der Geheimdienste, die sich den AufstĂ€ndischen in den Weg gestellt haben», sagte Putin heute in einer im Staatsfernsehen ĂŒbertragenen Rede.

Auf seinen Befehl hin sei alles getan worden, um Blutvergießen zu verhindern. «Das hat Zeit gebraucht», sagte Putin. «Der bewaffnete Aufstand wĂ€re auch so zerschlagen worden.»

Wenn sich Söldner und regulĂ€re Truppen beschossen hĂ€tten, wĂ€re dies vor allem Kiew und dem Westen zugutegekommen, erklĂ€rte Putin. Dort habe man bereits gehofft, dass sich Russland selbst zerfleische. Doch die russische Gesellschaft habe sich als geschlossen erwiesen in ihrer Ablehnung des Aufstands. Dies hĂ€tten am Ende auch die UmstĂŒrzler erkannt und aufgegeben.

In der Nacht zum Samstag hatte Söldnerchef Jewgeni Prigoschin schwere VorwĂŒrfe gegen das russische Verteidigungsministerium erhoben und Minister Sergej Schoigu beschuldigt, einen Angriff auf ein MilitĂ€rlager der fĂŒr Moskau kĂ€mpfenden Wagner-Truppe befohlen zu haben. Anschließend hatte er die sĂŒdrussische Millionenstadt Rostow am Don besetzt und einige Einheiten seiner Truppe Richtung Moskau geschickt. Ihr praktisch ungehinderter Vormarsch auf Moskau, der erst gut 200 Kilometer vor der russischen Hauptstadt stoppte, weil Prigoschin aufgegeben hatte, rief im Land Schockwellen hervor.

Putin gesteht Opfer ein

Putin versuchte nun in seiner Rede, den Eindruck zu bewahren, dass die Macht- und Sicherheitsorgane handlungsfĂ€hig seien. So lobte er den Mut und die Selbstaufopferung russischer Piloten, die getötet worden sein, als sie sich den UmstĂŒrzlern entgegenstellten. Es war das erste Mal, dass die russische FĂŒhrung damit Opfer wĂ€hrend des Aufstands eingestand.

Zugleich machte der 70-JĂ€hrige ein Angebot an die Wagner-KĂ€mpfer. Sie seien missbraucht worden fĂŒr die persönlichen Ziele und Ambitionen eines Einzelnen, hĂ€tten aber in der Vergangenheit ihren Patriotismus bereits bewiesen. Er bot den KĂ€mpfern an, in den russischen StreitkrĂ€ften zu dienen. Jeder Versuch, in Russland Chaos zu stiften, sei zum Scheitern verurteilt, betonte der PrĂ€sident. «Die Organisatoren des Aufstands, die das Land verraten haben, haben auch diejenigen verraten, die auf ihrer Seite waren», sagte Putin.

Putin dankt Lukaschenko und hÀlt an Schoigu fest

Er dankte auch dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko fĂŒr die Vermittlung in dem Konflikt mit Wagner-Chef Prigoschin. Sein Ex-Vertrauter Prigoschin soll, nachdem er am Samstag den Marsch auf Moskau aufgegeben hatte, in Belarus Zuflucht finden. Das könnten auch andere Wagner-KĂ€mpfer tun. Sein Amnestieangebot gelte, betonte Putin.

Viele politische Beobachter hatten vor der Rede mit einer Entlassung des Verteidigungsministers Sergej Schoigu gerechnet, der seit Monaten wegen der Misserfolge beim Angriffskrieg gegen die Ukraine in der Kritik stand und auch dem Aufstand Prigoschins nichts entgegenzusetzen hatte. Doch Putin hielt trotz der Kritik - zumindest vorlÀufig - an Schoigu fest, auch weil dieser als persönlicher Vertrauter des Kremlchefs gilt.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 63812511 |