GesprÀche: Teheran und Washington signalisieren Fortschritte
23.05.2026 - 20:23:08 | dpa.deNach wochenlangem Stillstand kommt Bewegung in die festgefahrenen GesprĂ€che zur Beendigung des Iran-Kriegs. Die USA, der Iran und Vermittler Pakistan sprachen von Fortschritten bei den diplomatischen BemĂŒhungen. «Es wurden einige Fortschritte gemacht», sagte US-AuĂenminister Marco Rubio am Rande seines Indien-Besuchs. Der iranische AuĂenamtssprecher Ismail Baghai sprach von einer «AnnĂ€herung der Standpunkte», und Pakistans MilitĂ€r gar von «ermutigenden Fortschritten», die in den vergangenen 24 Stunden erzielt worden seien.
Nach ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer AbsichtserklĂ€rung (Memorandum of Understanding) mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen fĂŒr Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden.
Aus Teheran hieĂ es nun, die Rahmenvereinbarung fĂŒr einen weiteren Verlauf der GesprĂ€che zwischen dem Iran und den USA stehe kurz vor dem Abschluss. «Derzeit befinden wir uns in der abschlieĂenden Phase der Ausarbeitung eines Memorandums», sagte AuĂenamtssprecher Ismail Baghai im Staatsfernsehen.
Im Mittelpunkt des Memorandums stĂŒnden die Beendigung des Krieges, die StraĂe von Hormus sowie die grundsĂ€tzliche Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte im Ausland.
Innerhalb der nÀchsten 30 bis 60 Tage sollen laut Baghai dann im Rahmen des 14-Punkte-Memorandums weitere Details verhandelt werden, um dann eine finale Einigung zu erzielen. Dazu zÀhlt demnach auch der Streit um das iranische Atomprogramm sowie der technische Prozess zur Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran und der Freigabe iranischer Konten im Ausland.
Trotz Fortschritts-Meldungen auch Warnungen
Baghai dĂ€mpfte jedoch die Erwartungen an einen schnellen Durchbruch. «Eine Einigung könnte sowohl sehr nah als auch sehr fern sein», sagte er. Die USA hĂ€tten wĂ€hrend des bisherigen Verhandlungsprozesses mehrfach widersprĂŒchliche Positionen eingenommen und ihre Ansichten geĂ€ndert. Daher könne Teheran nicht sicher sein, dass dies nicht erneut der Fall sein werde. Gleichzeitig sprach Baghai von einer «AnnĂ€herung der Standpunkte», ohne jedoch genaue Details zu nennen.
Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian zeigte sich nach Angaben des iranischen PrĂ€sidialamts zwar offen fĂŒr eine diplomatische Lösung im Konflikt mit den USA, betonte jedoch Teherans tiefes Misstrauen gegenĂŒber Washington. «Wir sind weiterhin gesprĂ€chsbereit, aber die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu Ă€uĂerster Vorsicht», sagte Peseschkian demnach.
US-AuĂenminister Rubio erklĂ€rte, womöglich könnte es noch im Laufe des Tages weitere Informationen geben - oder morgen oder in ein paar Tagen. Vielleicht aber auch nicht, er sei sich aktuell nicht sicher.
US-PrĂ€sident Donald Trump schĂ€tzt einem Medienbericht zufolge die Chancen auf eine mögliche und aus Sicht der USA gute Einigung im Iran-Krieg mit «50 zu 50» ein. Das Portal «Axios» zitierte den Republikaner auĂerdem mit den Worten: «Ich denke, eins von beidem wird passieren: Entweder werde ich sie hĂ€rter treffen, als sie jemals getroffen wurden, oder wir werden ein gutes Abkommen unterzeichnen.»Â
Berichte: Trump-Beratungen mit UnterhÀndlern, Golfstaaten
«Axios» berichtete weiter unter Berufung auf das GesprĂ€ch mit Trump, dass sich der US-PrĂ€sident noch an diesem Samstag mit seinen UnterhĂ€ndlern Steve Witkoff und Jared Kushner treffen werde, um Irans jĂŒngstes Angebot zu beraten. Weiter hieĂ es in dem Medienbericht, dass er wahrscheinlich bis Sonntag entscheiden werde, ob der Krieg wieder aufgenommen werde.
Mehrere US-Medien berichteten unterdessen unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass der US-PrĂ€sident noch an diesem Samstag (US-Ortszeit) ein GesprĂ€ch mit Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten fĂŒhren wolle.
Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe, die zuletzt einseitig von Trump verlĂ€ngert wurde. Die Feuerpause stand immer wieder auf der Kippe. Trump drohte wiederholt mit neuen, massiven SchlĂ€gen auf den Iran, falls keine akzeptable Vereinbarung mit der Islamischen Republik erzielt werde. Erst Anfang der Woche sagte er, er habe einen angeblich fĂŒr Dienstag geplanten Angriff auf den Iran abgesagt, da es ernsthafte Verhandlungen gebe.
Vermittler Pakistan mit hochrangigen Treffen in Teheran
Im Rahmen der jĂŒngsten BemĂŒhungen hatte Vermittler Pakistan am Freitag seinen Armeechef Asim Munir nach Teheran geschickt. «Die intensiven Verhandlungen in den vergangenen 24 Stunden haben zu ermutigenden Fortschritten in Richtung einer finalen Vereinbarung gefĂŒhrt», hieĂ es am Samstag in einer Mitteilung des pakistanischen MilitĂ€rs. Munir habe einen kurzen, aber Ă€uĂerst produktiven Besuch im Iran beendet. Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrmals positiv ĂŒber Munir geĂ€uĂert.
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