Gericht, US-Radiomoderator

Gericht: US-Radiomoderator Alex Jones muss Vermögenswerte verkaufen

15.06.2024 - 08:48:36

Nachdem der US-Radiomoderator Alex Jones fĂ€lschlicherweise behauptet hatte, der Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School 2012 mit 28 Toten sei eine Falschmeldung gewesen, hat ein texanisches Insolvenzgericht ihn am Freitag dazu gezwungen, sein persönliches Vermögen zu verĂ€ußern, um die rund 1,5 Milliarden Dollar Schadenersatz an die Opfer zu zahlen.

Jones will in Berufung gehen, berichten US-Medien ĂŒbereinstimmend. 2018 hatten Angehörige von zehn Opfern des Amoklaufs gegen Jones geklagt. Dieser hatte behauptet, die trauernden Eltern seien nur Schauspieler und die Meldung ein Versuch, eine VerschĂ€rfung des Waffenrechts durchzusetzen.

Die KlĂ€ger behaupteten, dass die LĂŒgen von Jones dazu fĂŒhrten, dass sie bedroht und belĂ€stigt wurden. 2022 hatte ein Gericht ihn daher zu Schadensersatzzahlungen verurteilt. Kurz darauf meldete Jones Insolvenz an. Nun sollen seine Vermögenswerte verĂ€ußert werden. Ein Teil der Erlöse soll fĂŒr die verordneten Zahlungen genutzt werden. Sein hĂ€ufig als rechtsextrem kategorisiertes Onlineportal "Infowars" darf Jones jedoch weiterhin betreiben. Jones gilt als zentraler Akteur der Verschwörungstheoretiker-Szene in den USA. Er vertritt etwa antisemitische Mythen zu einer bevorstehenden "neuen Weltordnung" mit einer totalitĂ€ren Weltregierung und ist ein BefĂŒrworter lockerer Waffengesetze. Bereits in einem frĂŒhen Stadium des US-Wahlkampfs 2015 hatte Jones den spĂ€teren US-PrĂ€sidenten Donald Trump zu Gast, der sich wiederum als AnhĂ€nger des Moderators zu erkennen gab. Auf seiner Homepage vertreibt Jones verschiedene Produkte im Zusammenhang mit seinen politischen Inhalten.

@ dts-nachrichtenagentur.de