Medien: Thailand will Kambodschas Armee dauerhaft dezimieren
09.12.2025 - 04:34:15Nach dem erneuten Aufflammen eines Grenzkonflikts will Thailand das MilitĂ€r des Nachbarstaats Kambodscha mit seinen Angriffen einem Medienbericht zufolge langfristig dezimieren. Damit solle die Sicherheit der kĂŒnftigen Generationen in Thailand gewĂ€hrleistet werden, zitierte die Zeitung «Bangkok Post» den Generalstabschef des MilitĂ€rs, Chaiyaphreuk Duangpraphat. Aus Kambodscha hieĂ es, man werde dem nicht untĂ€tig zusehen und sich verteidigen.Â
Kambodschas Regierung warf Thailand neue Angriffe im Grenzgebiet vor. Das thailĂ€ndische MilitĂ€r habe seinen Beschuss nachts an mehreren Orten fortgesetzt. Einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums zufolge wurden bei einem thailĂ€ndischen Angriff im Bezirk Thmar Puok in der Provinz Banteay Meanchey zwei Zivilisten getötet, die auf einer LandstraĂe unterwegs waren.Â
Thailand meldet heftige kambodschanische Angriffe
In Thailand berichtete das Nachrichtenportal «Khaosod» auf der Plattform X unter Berufung auf das MilitĂ€r von heftigen kambodschanischen Angriffen auf thailĂ€ndischem Hoheitsgebiet, unter anderem mit Mörsern und Artillerie. Kambodscha baue zudem an einem Ort in der Grenzprovinz Trat eine MilitĂ€rstellung aus, ziehe dort schwere Waffen zusammen und hebe SchĂŒtzengrĂ€ben aus.Â
Die Angaben aus Phnom Penh und aus Bangkok lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Beide Seiten beschuldigen sich seit Sonntag, eine zuletzt geltende Waffenruhe im Grenzgebiet zuerst verletzt zu haben. In Kambodscha kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums seit Montag mindestens sieben Zivilisten ums Leben, mindestens 20 wurden verletzt. In Thailand starb mindestens ein Soldat am Dienstag an den Folgen seiner Verletzungen durch kambodschanischen Beschuss, wie «Khaosod» unter Berufung auf das MilitĂ€r berichtete. Auf beiden Seiten der Grenze wurden Anwohner von den Behörden angesichts der jĂŒngsten Angriffe zur Flucht aufgerufen.
Wurzeln des Konflikts liegen in Kolonialzeit
Das AuswĂ€rtige Amt warnt vor Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha und rĂ€t auch von Reisen in Provinzen in GrenznĂ€he ab. Touristen wird geraten, sich in die Krisenvorsorgeliste des AuswĂ€rtigen Amts einzutragen.Â
Die sĂŒdostasiatischen NachbarlĂ€nder hatten nach schweren KĂ€mpfen Ende Oktober in Anwesenheit von US-PrĂ€sident Donald Trump ein Waffenruheabkommen unterzeichnet. Doch bereits im November wurde die vereinbarte Feuerpause nach einem neuerlichen Vorfall an der mehr als 800 Kilometer langen Grenze erst einmal ausgesetzt.
Die Wurzeln des Konflikts liegen in der Kolonialzeit, als Frankreich den Grenzverlauf festlegte. Die Regierungen beider NachbarlÀnder interpretieren diese Grenzziehung aber unterschiedlich. Im Zentrum des Streits steht ein jahrhundertealter Tempel, der seit 2008 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Sowohl der dem Hindu-Gott Shiva gewidmete Tempel als auch das umliegende Gebiet werden von Thailand und Kambodscha beansprucht. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Gefechten zwischen den StreitkrÀften beider LÀnder.





