Nach Koran-Verunglimpfung: Proteste im Irak und Iran
22.07.2023 - 17:29:12Nach einer islamfeindlichen Aktion in DĂ€nemark sind die RĂ€umlichkeiten einer dĂ€nischen Hilfsorganisation im Irak angegriffen worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr, griffen Demonstranten die BĂŒros der DĂ€nischen FlĂŒchlingshilfe (Dansk FlygtningehjĂŠlp, DRC) in der sĂŒdlichen Provinz Basra an.
Die Organisation bestĂ€tigte auf dpa-Anfrage, dass es in den frĂŒhen Morgenstunden einen bewaffneten Angriff gegen sie gegeben habe. Das Personal vor Ort sei körperlich unversehrt geblieben, aber es seien SchĂ€den entstanden, da GebĂ€ude in Brand gesetzt worden seien, erklĂ€rte der DRC-Exekutivdirektor fĂŒr den Nahen Osten, Lilu Thapa. Man beklage diesen Angriff - Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sollten nach seinen Worten nie zum Ziel von Gewalt werden.
Koran-Verunglimpfungen gehen voraus
Zuvor hatte es am Freitag eine islamfeindliche Aktion in der dÀnischen Hauptstadt Kopenhagen gegeben. Dabei wurde in der NÀhe der dortigen irakischen Botschaft ein Buch verbrannt, bei dem es sich offenbar um ein Exemplar des Korans handelte.
Die dĂ€nische Regierung verurteilte das Verbrennen des Korans. «Das Verbrennen heiliger Texte und anderer religiöser Symbole ist eine schĂ€ndliche Tat, die die Religion anderer missachtet», erklĂ€rte das AuĂenministerium. Viele DĂ€nen seien Muslime und ein geschĂ€tzter Teil der Bevölkerung. Zugleich wies das Ministerium auf die Meinungsfreiheit hin.
Eine Koranverbrennung und eine weitere Verunglimpfung der Heiligen Schrift des Islams in Schweden hatten zuletzt zu Protesten in islamisch geprĂ€gten LĂ€ndern gefĂŒhrt. In Bagdad drangen Demonstranten vor wenigen Tagen in die schwedische Botschaft ein und legten Feuer. Der Irak wies die schwedische Botschafterin aus. Saudi-Arabiens AuĂenministerium sprach von einer «systematischen Provokation gegen die GefĂŒhle von Millionen Muslimen auf der ganzen Welt». Im Iran und im Libanon schlossen sich Tausende Protesten an. Auch aus der TĂŒrkei kam Kritik.
Iran fordert «hÀrteste Strafe»
Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei forderte nach der Verunglimpfung eines Korans in Schweden die Auslieferung des Verantwortlichen. «Muslimische Gelehrte sind sich einig, dass der TĂ€ter dieses Verbrechens die hĂ€rteste Strafe erhalten muss», hieĂ es in einer ErklĂ€rung des ReligionsfĂŒhrers, die von seinem BĂŒro verbreitet wurde. Schweden ziehe den Hass der muslimischen Welt auf sich.
Der 84-JĂ€hrige Ă€uĂerte sich nicht ausdrĂŒcklich dazu, was genau mit «hĂ€rtester Strafe» gemeint ist. Mutwillige KoranschĂ€ndungen gelten im Iran als Blasphemie. Im Extremfall kann dort fĂŒr GotteslĂ€sterung die Todesstrafe verhĂ€ngt werden.





