Russland, Nato-Manöver

Russland kritisiert Nato-Manöver in Ostsee als Provokation

04.06.2025 - 11:13:18

Nato-Manöver in der NĂ€he Russlands ziehen traditionell Kritik Moskaus auf sich. Nun Ă€ußert sich der Vize-Außenminister scharf zur Übung in der Ostsee, wo die Russen selbst Kampfszenarien durchspielen.

Einen Tag vor Beginn des zweiwöchigen Nato-Marinemanövers Baltops in der Ostsee hat Russland die Übung als Provokation kritisiert. Moskaus Vize-Außenminister Alexander Gruschko warf dem westlichen MilitĂ€rbĂŒndnis vor, sich auf eine Konfrontation mit Russland vorzubereiten. «Es geht um die Erlangung von Überlegenheit in allen Bereichen: zu Lande, zu Wasser, in der Luft. NatĂŒrlich sind solche Übungen Ă€ußerst provokativ», sagte Gruschko der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Dabei zieht Russland selbst in der Ostsee gerade ein Manöver mit mehr als 20 Kriegsschiffen, Kanonenbooten und UnterstĂŒtzungsschiffen durch.

Weiter sagt Gruschko: «Wir bewerten die militĂ€rischen AktivitĂ€ten der Nato als Teil der Vorbereitung auf militĂ€rische ZusammenstĂ¶ĂŸe mit Russland.» Die gesamte Konzeption des Manövers und die Struktur der Truppenaufstellung zeigten, dass die Nato-StreitkrĂ€fte Russland als Feind im Blick hĂ€tten.

Das jĂ€hrlich ausgerichtete Baltops-Manöver beginnt an diesem Donnerstag zum 54. Mal – und erstmals in Rostock. Vom 5. bis 20. Juni nehmen an der US-gefĂŒhrten Übung rund 50 Schiffe und Boote, mehr als 25 Luftfahrzeuge und etwa 9.000 Soldatinnen und Soldaten aus 17 LĂ€ndern teil. Die Ostsee gilt auch angesichts des andauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als strategisch wichtiges Meer. Russland ist als einziger der neun Ostseeanrainerstaaten kein Nato-Mitglied.

Russland zieht selbst auch Manöver in der Ostsee durch

Russland selbst hatte am 27. Mai ĂŒber den Beginn eines Manövers seiner baltischen Flotte in der Ostsee informiert. «Es wird betont, dass die Übungen durchgefĂŒhrt werden, um die Aktionen der FlottenkrĂ€fte zur Verteidigung der StĂŒtzpunkte zu erproben», teilte die Marine mit. Laut dem russischen Staatsfernsehen lief das Manöver auch in dieser Woche noch.

Beteiligt sind demnach etwa Korvetten, Fregatten, kleine Raketenschiffe, kleine U-Boote und Minensuchboote. Etwa 3.000 Soldaten, rund 25 Flugzeuge und Hubschrauber sowie bis zu 70 Einheiten militĂ€rischer und spezieller AusrĂŒstung sollen nach russischen Angaben ebenfalls an den Übungen teilnehmen. Russland hatte seine MarineprĂ€senz in der Ostsee nach eigener Auskunft angesichts der Nato-AktivitĂ€ten ausgebaut.

@ dpa.de