Aspirin, wenig Schlaf: Debatte um Trumps Fitness
01.01.2026 - 20:07:16Berichte ĂŒber den Gesundheitszustand von US-PrĂ€sident Donald Trump haben in den USA eine erneute Debatte ausgelöst: Handelt es sich um normale Alterserscheinungen eines 79-JĂ€hrigen oder um Warnsignale eines ĂŒberlasteten Staatschefs? Nun hat der Republikaner erneut selbst Stellung dazu bezogen.
In einem Interview mit dem «Wall Street Journal» rĂ€umte Trump ein, seit Jahren tĂ€glich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ărzten empfohlen wird. «Sie sagen, Aspirin ist gut zur VerdĂŒnnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz flieĂt», sagte er. Er sei da «ein wenig aberglĂ€ubisch». Die Einnahme fĂŒhre aber dazu, dass er leicht blaue Flecken bekomme. Diese hatte Trump in der Vergangenheit mehrfach versucht, kosmetisch zu verstecken.Â
Als ihn Justizministerin Pam Bondi bei einer Veranstaltung kĂŒrzlich mit einem Ring am HandrĂŒcken streifte, entstand auĂerdem eine kleine Schnittverletzung. Zusammen mit Schwellungen an Trumps Knöcheln fĂŒhrte das in US-Medien zu erneuten Spekulationen ĂŒber den Gesundheitszustand des PrĂ€sidenten.
Ărzte bescheinigen gute Gesundheit
Im Herbst lieĂ Trump eine medizinische Untersuchung durchfĂŒhren, wie er dem «WSJ» bestĂ€tigte. Dabei handelte es sich um eine Computertomographie (CT), einen bildgebenden Körperscan, der laut einem Statement seines Arztes gegenĂŒber der Zeitung keine AuffĂ€lligkeiten zeigte.Â
Trumps Arzt erklĂ€rte demnach, der Scan sei nur durchgefĂŒhrt worden, um mögliche Herz-Kreislauf-Probleme «definitiv auszuschlieĂen», der PrĂ€sident sei voll arbeitsfĂ€hig. Aspirin nehme er rein prĂ€ventiv. Auch das WeiĂe Haus erklĂ€rte, der PrĂ€sident sei bei «exzellenter Gesundheit». Trump Ă€uĂerte im Interview dennoch Bedauern ĂŒber die Untersuchung: RĂŒckblickend sei es «schade» gewesen, ihr zuzustimmen, da sie öffentliche Spekulationen ausgelöst habe.
Hohes Arbeitspensum trotz Alter und Lebensstil
Nach eigenen Angaben schlĂ€ft Trump wenig und beginnt seine Arbeitstage frĂŒh. Beobachter berichteten zuletzt, er habe bei öffentlichen Terminen mitunter die Augen geschlossen. Der PrĂ€sident wies im «Wall Street Journal» Darstellungen zurĂŒck, er sei eingeschlafen. Er sprach von Momenten der Entspannung oder Langeweile.Â
RegelmĂ€Ăigen Sport treibt der Republikaner nach eigenen Angaben demnach nicht â mit Ausnahme von Golf. Seine ErnĂ€hrung gilt als kalorien-, fett- und salzreich, ein republikanischer Reisebegleiter Ă€uĂerte sich kĂŒrzlich schockiert ĂŒber die Menge an stark verarbeitetem Essen, das er den PrĂ€sidenten zu sich nehmen sah, wie das «WSJ» beschreibt. Daran Ă€ndern wolle er nichts, sagte Trump dazu im Interview. Er habe «gute Gene» und viel Energie.Â
Ăffentliche Imagepflege
Die Diskussion erinnert an frĂŒhere Debatten um das Alter politischer Spitzenvertreter, Debatten, die Trump hĂ€ufig selbst angestoĂen hatte. Wiederholt Ă€uĂerte er Zweifel an der AmtsfĂ€higkeit seines VorgĂ€ngers Joe Biden. Dieser war bei Amtsantritt nur wenige Monate jĂŒnger als Trump heute.Â
Auch vor diesem Hintergrund legt Trump erkennbar Wert auf die öffentliche Darstellung seiner Gesundheit. Der PrĂ€sident rĂ€umte ein, bei Verletzungen oder BlutergĂŒssen Make-up zu verwenden, um diese zu kaschieren. Mitarbeiter achten Medienberichten zufolge zudem darauf, PrĂ€sentationen zu verkĂŒrzen und öffentliche Bilder zu vermeiden, die MĂŒdigkeit oder gesundheitliche SchwĂ€che des PrĂ€sidenten nahelegen könnten.
Der Mediziner Mehmet Oz sagte dem «Wall Street Journal», Trump wirke geistig prĂ€sent und in komplexen Themen sicher. Politische Entscheidungen könne man diskutieren â Anzeichen geistiger EinschrĂ€nkungen sehe er nicht.


