Nidal Hasan, Militärhinrichtung

Nidal Hasan: USA planen Livestream von Militärhinrichtung im Dezember

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 01:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die geplante Hinrichtung des Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan soll nach Angaben aus US-Kreisen per Livestream übertragen werden. Die Exekution durch ein Erschießungskommando wäre die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren.

  • Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
    Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
  • Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
    Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) - Bild: Jeremias Gonzalez/AP/dpa

Die für Anfang Dezember geplante Hinrichtung des früheren US-Militärpsychiaters Nidal Hasan soll per Livestream übertragen werden.

Öffentliche Übertragung geplant

Das bestätigte ein Beamter aus dem Pentagon der Deutschen Presse-Agentur. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor erklärt, die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung solle öffentlich stattfinden.

Hasan soll am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Hegseth sagte, Menschen sollten die Hinrichtung öffentlich beobachten können, damit die schwerwiegenden Konsequenzen solcher Taten deutlich würden.

Erste Militärhinrichtung seit Jahrzehnten

Sollte die Exekution vollstreckt werden, wäre sie die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt; zuletzt wurde ein Angehöriger der US-Armee 1961 hingerichtet.

Hasan hatte im November 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet. Dabei tötete der damalige Psychiater des US-Heeres zwölf Soldaten und einen Zivilisten und verletzte 32 Menschen. Ein Militärgericht verurteilte ihn 2013 zum Tode.

Debatte über Todesstrafe neu entfacht

Die Genehmigung der Hinrichtung erfolgte wenige Tage nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch im US-Bundesstaat Tennessee. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Behördenangaben zwei Dosen Pentobarbital verabreicht, sie lebte jedoch weiter.

Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht. Eine öffentliche Hinrichtung mit Livestream würde zudem Fragen nach Zugangsbeschränkungen und dem Schutz von Kindern aufwerfen.

Rückblick auf den Anschlag

Hasan wurde nach dem Angriff angeschossen und festgenommen. Nach Angaben aus US-Medien erklärte er, die Tat im Namen des Dschihads begangen zu haben, und bezeichnete die Kriege in Afghanistan und im Irak als illegal.

Im Militärjustizsystem befinden sich den Angaben zufolge vier Todeskandidaten. Sollte Hasans Urteil vollstreckt werden, wäre es zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021.

Historischer Schritt im Militärjustizsystem

Die geplante Vollstreckung wäre ein außergewöhnlicher Vorgang, weil das US-Militär seit Jahrzehnten keine Hinrichtung mehr vorgenommen hat. Anders als bei Hinrichtungen in den Bundesstaaten entscheidet hier der Präsident über die Bestätigung des Todesurteils. Damit erhält der Fall neben seiner strafrechtlichen auch eine deutlich politische Dimension.

Die öffentliche Übertragung würde die Hinrichtung über den Kreis unmittelbar Beteiligter hinaus sichtbar machen. Sie könnte als demonstrative Botschaft über die Folgen eines Angriffs auf Angehörige der Streitkräfte verstanden werden. Zugleich stellt sich die Frage, nach welchen Regeln der Zugang geregelt würde und wie Behörden mit dem besonderen Schutzbedarf Minderjähriger umgehen.

Neue Debatte über die Todesstrafe

In den USA steht die Todesstrafe derzeit erneut im Mittelpunkt, nachdem ein Hinrichtungsversuch in Tennessee gescheitert war und die betroffene Gefangene zunächst weiterlebte. Der Fall hat die Debatte über die Zuverlässigkeit staatlicher Hinrichtungsverfahren verstärkt.

Für die Öffentlichkeit ist außerdem entscheidend, ob die für den 3. Dezember geplante Exekution tatsächlich stattfindet oder sich durch rechtliche Schritte verschiebt. Sollte sie vollzogen werden, wäre sie die erste Militärhinrichtung seit 1961 und zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Trump-Regierung ordnet erste Militärhinrichtung seit 60 Jahren an“ (07.10.2026)

Der Bericht bestätige den Termin Anfang Dezember und ordne die geplante Erschießung in die Geschichte der US-Militärjustiz ein. Anders als die dpa-Meldung behandle er vor allem die Genehmigung durch Donald Trump sowie den gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee; eine geplante Livestream-Übertragung erwähne er nicht.

Tagesspiegel: „Erschießungskommando: Erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren im Dezember geplant“ (07.10.2026)

Der Artikel bestätige Ort, Tat und geplante Hinrichtungsart und hebe zusätzlich hervor, dass Hasan 2013 verurteilt worden sei und das Gericht eine ideologische Verbindung zu al-Qaida festgestellt habe. Offen bleibe auch dort, wie eine öffentliche Übertragung konkret organisiert und rechtlich begrenzt werden solle.

Beide Berichte bestätigten den historischen Charakter der geplanten Militärhinrichtung und den Zusammenhang mit dem Fort-Hood-Massaker. Unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der politischen Genehmigung, der Vorgeschichte des Täters und der erneuten Debatte über die Todesstrafe.

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