Nord-Stream-Lecks, Tonnen

Nord-Stream-Lecks setzten halbe Million Tonnen Methan frei

15.01.2025 - 19:44:50

Am 26. September 2022 rissen mehrere Explosionen Lecks an den Nord-Stream-Pipelines. Dabei traten große Mengen schĂ€dlichen Methans aus. Eine Analyse zeigt jetzt, wie viel es wirklich war.

Durch die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines Ende September 2022 ist einer internationalen Studie zufolge bis zu knapp einer halben Million Tonnen Methan in die AtmosphĂ€re gelangt. Das sei die bisher grĂ¶ĂŸte Menge des Treibhausgases Methan, die durch ein einzelnes Ereignis freigesetzt wurde, teilte das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. 

Zu diesem Ergebnis sei eine Analyse der Internationalen Beobachtungsstelle fĂŒr Methanemissionen (IMEO) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) gekommen. Methan gilt neben Kohlendioxid (CO2) als das schĂ€dlichste Treibhausgas. Nach SchĂ€tzungen hat es zu etwa 30 Prozent zur KlimaerwĂ€rmung beigetragen.

Die Ergebnisse der Analyse erschienen in drei Studien gleichzeitig in den Fachpublikationen «Nature» und «Nature Communications». Das DLR beteiligte sich gemeinsam mit der Technischen UniversitÀt Braunschweig mit einer Flugmesskampagne zu den Lecks an der Studie. 

Der Anteil am gesamten von Menschen verursachten Jahresausstoß an Methan war demnach verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gering. Die Menge von 445.000 bis 485.000 Tonnen Methan, die aus den Lecks der Nord-Stream-Pipelines insgesamt freigesetzt wurde, entspricht nach Angaben des UN-Umweltprogramms 0,1 Prozent der menschengemachten Methan-Emissionen fĂŒr 2022. 

Ein Teil des Methans stieg nicht direkt auf

Die Flugmessungen Anfang Oktober 2022 zeigten großflĂ€chiges Austreten von im Meerwasser gelöstem Methan, hieß es. Demnach stieg ein Teil des Methans nicht direkt auf, sondern löste sich zunĂ€chst im Wasser.

«Neun Tage nach der BeschĂ€digung der Pipelines fanden wir große Mengen Methan in der Luft rund um die Lecks in bis zu 45 Kilometer Entfernung», erklĂ€rte Friedemann Reum vom DLR-Institut fĂŒr Physik der AtmosphĂ€re. «Zu diesem Zeitpunkt hatten sich aber die Rohre bereits entleert und das Methan daraus war eigentlich weggeweht.» 

Doch die Daten vom 5. Oktober 2022 hÀtten gezeigt, dass noch immer 19 bis 48 Tonnen Methan jede Stunde emittiert wurden. Es habe sich um Methan gehandelt, das sich zunÀchst an den Leckstellen im Wasser gelöst hatte. Dann sei es von den Meeresströmungen weiter transportiert worden, bevor es in die Luft gelangte. 

Ende September 2022 waren die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2, die von Russland nach Deutschland fĂŒhren, durch mehrere Sprengungen beschĂ€digt worden. Das aus der Pipeline austretende Gas bildete einen etwa 900 Meter breiten Blasenteppich an der WasseroberflĂ€che, Messungen zeigten daraufhin erhöhte Methan-Werte in der AtmosphĂ€re.

@ dpa.de