WeiĂes Haus: Verhandlungen mit dem Iran am Freitag
05.02.2026 - 21:39:14Die USA wollen an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen mit dem Iran ĂŒber dessen umstrittenes Atomprogramm aufnehmen. FĂŒr die Vereinigten Staaten sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von PrĂ€sident Donald Trump, Jared Kushner, dabei sein. Das WeiĂe Haus bestĂ€tigte die zuvor bereits vom Iran angekĂŒndigten GesprĂ€che.
Trump habe sich klar gegen jegliche nukleare AktivitĂ€ten des Irans ausgesprochen, sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Er wolle prĂŒfen, ob ein Abkommen erzielt werden könne. Leavitt verwies darauf, dass Trump als Oberbefehlshaber «der mĂ€chtigsten Armee der Welt neben der Diplomatie noch viele weitere Optionen zur VerfĂŒgung» stĂŒnden.
Unklar bleibt die Tagesordnung. Der Iran möchte sich laut AuĂenminister Abbas Araghtschi auf das iranische Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen beschrĂ€nken. Die USA drĂ€ngen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die UnterstĂŒtzung von Irans VerbĂŒndeten wie der Hamas im Gazastreifen, der Hisbollah-Miliz im Libanon und der Huthi im Jemen Themen sein mĂŒssten.Â
Bereits am Mittwoch hatte Araghtschi die AtomgesprĂ€che fĂŒr Freitag um 10.00 Uhr (Ortszeit) in der omanischen Hauptstadt Maskat angekĂŒndigt. Kurz zuvor hatte es noch Medienspekulationen darĂŒber gegeben, dass das Format abgesagt worden sei.
Diplomatie statt Angriffe?
Trump hatte vor wenigen Wochen erklĂ€rt, beide LĂ€nder wollten wieder miteinander sprechen. Zuvor hatte der Republikaner der iranischen FĂŒhrung noch mit Angriffen gedroht, nachdem der iranische Sicherheitsapparat brutal gegen Massenproteste vorgegangen war.
Am Mittwoch richtete Trump warnende Worte an den obersten FĂŒhrer des Landes. Auf die Frage, ob Ajatollah Ali Chamenei aktuell besorgt sein solle, antwortete Trump dem Sender NBC News: «Ich wĂŒrde sagen, er sollte sehr besorgt sein.» Einen konkreten Grund dafĂŒr nannte Trump in dem Zuge nicht direkt. Er verwies aber auf Verhandlungen beider LĂ€nder. Im Falle, dass der Iran versuche, sein Atomprogramm wiederaufzubauen, drohte der US-PrĂ€sident damit, der FĂŒhrung des Landes «schlimme Dinge» anzutun.Â
Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritĂ€re Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fĂŒrchten, dass neue GesprĂ€che der Regierung in Teheran nun den RĂŒcken stĂ€rken. Tausende Demonstranten sollen in den NĂ€chten des 8. und 9. Januar getötet worden sein.
Vance hĂ€lt Diplomatie mit dem Iran fĂŒr schwierig
Ob der diplomatische Weg erfolgreich sein wird, ist unklar - US-VizeprĂ€sident JD Vance hĂ€lt Diplomatie mit dem Iran fĂŒr auĂerordentlich schwierig. Grund dafĂŒr sei, dass Ajatollah Chamenei zwar alle strategischen Entscheidungen treffe, aber nicht direkt mit den USA spreche. «Es ist bizarr, dass wir nicht einfach mit der tatsĂ€chlichen FĂŒhrung eines Landes sprechen können. Das erschwert Diplomatie ganz erheblich», sagte Vance in der «Megyn Kelly Show».
Vance sagte weiter: «Offen gesagt halte ich es fĂŒr auĂerordentlich schwierig, mit ihnen Diplomatie zu betreiben. Die Person, die im Iran die Entscheidungen trifft, ist der Oberste FĂŒhrer. Der PrĂ€sident, so heiĂt es, hat kaum Einfluss und spielt keine entscheidende Rolle. Der AuĂenminister scheint mit dem Obersten FĂŒhrer zu sprechen, und das ist im Wesentlichen die Person, mit der wir kommuniziert haben.» Das mache alles deutlich komplizierter und die gesamte Situation wesentlich absurder.
US-Minister ĂŒber Irans FĂŒhrung: Ratten verlassen das Schiff
US-Finanzminister Scott Bessent ging die FĂŒhrung in Teheran derweil ungewöhnlich scharf an. Die US-Regierung habe gesehen, wie die iranische FĂŒhrung «wie verrĂŒckt Geld auĂer Landes» schaffe. «Die Ratten verlassen also das sinkende Schiff», sagte er vor einem Senatsausschuss. Bessent wertete dies als «gutes Zeichen», dass Teheran wisse, dass das Ende nahen könne.





