Oleschky: Russland stellt Feuer ab Dienstagmorgen ein
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 20:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHilfskorridor für die eingeschlossene Bevölkerung
- Russland will das Feuer in Richtung Cherson im Rahmen einer humanitären Operation einstellen.
- Die angekündigte Feuerpause soll am 29. Oktober beginnen; ihre Dauer wurde zunächst nicht genannt.
- Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte kündigte Hilfslieferungen und freie Bewegung der Einwohner an.
Feuerpause soll Zugang zu Oleschky ermöglichen
Russland und die Ukraine haben positiv auf eine lokal begrenzte Waffenruhe in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt Oleschky reagiert. Russland will nach Angaben seines Generalstabschefs Waleri Gerassimow das Feuer in Richtung Cherson am Dienstag ab 4.00 Uhr Moskauer Zeit einstellen.
Hilfslieferungen und Evakuierung geplant
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez kündigte an, dass humanitäre Hilfsgüter nach Oleschky gebracht und die freie Bewegung der Einwohner ermöglicht werden sollen. Der ukrainische Abgeordnete David Arachamija erklärte, eine Operation zur Entsperrung der Stadt solle einen dauerhaften humanitären Korridor für die Zivilbevölkerung schaffen.
Das Weiße Haus teilte mit, First Lady Melania Trump habe die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Seiten hätten vereinbart, die Kampfhandlungen in Oleschky ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen.
Evakuierung soll mehrere Tage dauern
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Evakuierung werde mindestens einige Tage dauern. Wer Oleschky verlassen wolle, könne dies tun; Russland begrüße den Beitrag Melania Trumps zur Koordinierung der humanitären Operation.
Die Dauer der angekündigten Waffenruhe wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch der Papst hatte Kremlchef Wladimir Putin zu einem Waffenstillstand für die Frontstadt aufgefordert.
Etwa 2.000 Menschen in der Stadt
Oleschky liegt auf russisch besetztem Gebiet am Südufer des Dnipro, neun Kilometer von der ukrainisch kontrollierten Gebietshauptstadt Cherson entfernt. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest; die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten.
Rund um Oleschky liegen Minen, und ein Verlassen der Stadt ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Russland warf der ukrainischen Armee wiederholt vor, mit Drohnenangriffen die Lieferung von Lebensmitteln zu verhindern.
Die angekündigte Feuerpause betrifft keine landesweite oder frontübergreifende Vereinbarung, sondern einen eng begrenzten Abschnitt rund um Oleschky. Ihre unmittelbare Bedeutung liegt deshalb in der Versorgung und möglichen Evakuierung der eingeschlossenen Zivilbevölkerung. Nach Angaben aus der Meldung leben dort etwa 2.000 Menschen unter schwierigen Bedingungen; Minen und Drohnenangriffe machen Fluchtversuche gefährlich.
Oleschky liegt am russisch besetzten Ostufer des Dnipro gegenüber Cherson. Die geografische Nähe zur ukrainisch kontrollierten Gebietshauptstadt erklärt die militärische Empfindlichkeit des Korridors: Zwischen beiden Städten verläuft die Front, zugleich müssen Hilfslieferungen und Transporte durch ein umkämpftes Gebiet organisiert werden. Eine Feuerpause kann den Zugang erleichtern, ersetzt aber keine längerfristige Sicherheitsregelung.
Humanitäre Hilfe braucht sichere Abläufe
Für die praktische Umsetzung kommt es darauf an, ob beide Seiten die Feuerpause einhalten, wie der Korridor überwacht wird und wer die Räumung oder Markierung von Minen übernimmt. Auch die Dauer bleibt zunächst offen. Die angekündigte Lieferung von Hilfsgütern und die freie Bewegung der Einwohner wären daher konkrete erste Schritte, während eine dauerhafte Entlastung der Stadt weiter von politischen und militärischen Vereinbarungen abhängt.
Die Reaktionen aus Moskau und Kiew schaffen dafür eine politische Grundlage. Entscheidend wird sein, ob aus den positiven Signalen eine tatsächlich nutzbare humanitäre Route entsteht, über die Zivilisten sicher ausreisen und Versorgungsgüter Oleschky erreichen können.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Melania Trump erzielt Waffenruhe in besetztem Oleshky“ (23.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den geplanten Beginn der lokalen Feuerpause am 29. Oktober und stellt die Versorgung sowie die Evakuierung der Zivilbevölkerung in den Mittelpunkt. Er geht zusätzlich auf die prekäre Lage der verbliebenen Bewohner und die offenen Fragen zu Sicherheitsgarantien und Überwachung ein.
Deutschlandfunk: „Ukraine - Russland und die Ukraine vereinbaren humanitäre Feuerpause für Oleschky“ (23.10.2026)
Der Bericht hebt wie die dpa-Meldung die humanitäre Zielsetzung und den geplanten Starttermin hervor. Als zusätzlichen Schwerpunkt nennt er die gegenseitigen Vorwürfe Moskaus und Kiews, Lieferungen in die Stadt zu blockieren; offen bleibt damit vor allem die praktische Umsetzung.
Beide Beiträge stimmen beim örtlich begrenzten Charakter, beim humanitären Zweck und beim Termin überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Euronews beschreibt ausführlicher die Lebensbedingungen und Sicherheitsrisiken, während der Deutschlandfunk die politischen Vorwürfe und den Verhandlungskontext betont.
