Pakistan, Khyber Pakhtunkhwa

Pakistan: Mindestens elf Tote bei Explosion an Polizeiposten

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einer Explosion an einem Polizeikontrollposten im Nordwesten Pakistans sind mindestens elf Menschen gestorben, mehr als 30 wurden verletzt. Der mutmaßliche Selbstmordanschlag verschĂ€rft die ohnehin angespannte Lage im Grenzgebiet zu Afghanistan.

In Pakistan ist es wieder zu einem Anschlag gekommen. (Symbolbild) - Bild: M. A. Sheikh/AP/dpa
In Pakistan ist es wieder zu einem Anschlag gekommen. (Symbolbild) - Bild: M. A. Sheikh/AP/dpa

Bei einer Explosion im Nordwesten Pakistans sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden.

Polizeiposten als Ziel

Der Vorfall ereignete sich in der Gegend von Darazinda im Bezirk Dera Ismail Khan in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um einen Selbstmordanschlag gegen einen Polizeikontrollposten, wie der örtliche Polizeibeamte Kaleem Ullah mitteilte.

Wer den Anschlag verĂŒbt haben könnte, war zunĂ€chst unklar. Nach Polizeiangaben könnte die Zahl der Todesopfer noch steigen.

Spannungen mit Afghanistan

Die Gewalt in Pakistan hat sich in den vergangenen Monaten verschÀrft. Am 18. September waren bei einem Terroranschlag in Kohat mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter mehrere Angreifer. Die islamistische Koalition Ittehad-ul Mujahideen Pakistan bekannte sich zu dem Anschlag.

MilitÀrische Eskalation

Nach dem Anschlag in Kohat griff das pakistanische MilitĂ€r Ziele im Nachbarland Afghanistan aus der Luft an. Islamabad wirft den Taliban in Afghanistan wiederholt vor, Terroristen zu beherbergen, die AnschlĂ€ge in Pakistan verĂŒben. Kabul weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck und spricht von internen Problemen Pakistans.

Der Konflikt zwischen den NachbarlĂ€ndern war vor etwa einem Jahr offen ausgebrochen. Pakistan schloss daraufhin GrenzĂŒbergĂ€nge nach Afghanistan, was die Versorgung mit Nahrungsmitteln und humanitĂ€ren GĂŒtern erschwerte. Ende Februar dieses Jahres erklĂ€rte Pakistans Verteidigungsminister einen «offenen Krieg» mit Afghanistan. Seither fliegt Islamabad vor allem nach AnschlĂ€gen in Pakistan immer wieder Angriffe gegen Ziele im Nachbarland.

Gewalt im Grenzraum

Der Anschlag ereignet sich in einer Region, in der SicherheitskrĂ€fte seit Jahren gegen bewaffnete islamistische Gruppen vorgehen. Khyber Pakhtunkhwa grenzt an Afghanistan und ist durch schwer kontrollierbare GebirgsrĂ€ume, grenzĂŒberschreitende Verbindungen und wiederkehrende Angriffe geprĂ€gt.

Die jĂŒngste Eskalation belastet zugleich das VerhĂ€ltnis zwischen Islamabad und Kabul. Pakistan macht den afghanischen Taliban wiederholt den Vorwurf, militante Gruppen gewĂ€hren zu lassen, die AnschlĂ€ge auf pakistanischem Boden planten. Die afghanische Seite weist das zurĂŒck und verweist auf die inneren Sicherheitsprobleme Pakistans.

Regionale Folgen

Damit erhĂ€lt der Anschlag eine Bedeutung, die ĂŒber den einzelnen Kontrollposten hinausgeht. Jeder weitere schwere Angriff erhöht den innenpolitischen Druck auf die pakistanische Regierung, die Grenze stĂ€rker zu sichern und gegen mutmaßliche RĂŒckzugsrĂ€ume militanter Gruppen vorzugehen. Zugleich wĂ€chst das Risiko weiterer militĂ€rischer Schritte auf afghanischem Gebiet.

FĂŒr die Bevölkerung beiderseits der Grenze verschĂ€rft sich dadurch eine bereits angespannte Lage. Grenzschließungen erschweren den Handel sowie die Versorgung mit Lebensmitteln und humanitĂ€ren GĂŒtern. Anhaltende Gewalt kann außerdem Fluchtbewegungen verstĂ€rken und die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den NachbarlĂ€ndern weiter schwĂ€chen.

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