Papst Franziskus wirbt fĂŒr Dialog zwischen Russland und Ukraine
29.07.2023 - 17:20:26Deswegen hat er den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, zu Vertretern der Konfliktparteien entsandt, berichtet der "Spiegel". Zuppi traf PrÀsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew, den Patriarchen Kirill in Moskau und US-PrÀsident Joe Biden in Washington.
Ăber den Inhalt der GesprĂ€che ist wenig bekannt. "Das KommuniquĂ© des WeiĂen Hauses zeigt, dass Biden es lieber hĂ€tte, wenn der Papst sich ausschlieĂlich humanitĂ€r engagierte, anstatt sich in den geopolitischen Konflikt einzumischen", sagte der Vatikanexperte Marco Politi dem "Spiegel". Franziskus setzt demnach auf eine internationale Vermittlung, "er glaubt an ein Helsinki zwei, eine Neuauflage der legendĂ€ren Sicherheitskonferenz". Der Vatikan agiere traditionell ĂŒberparteilich: "Franziskus steht einer Weltkirche vor, er hat eine globale Perspektive auf strategische Konflikte und ein gutes GespĂŒr fĂŒr das Aufkommen neuer Protagonisten", so Politi. Deshalb sei der Papst davon ĂŒberzeugt, dass die Stimmen des Globalen SĂŒdens im Krieg gegen die Ukraine gehört werden mĂŒssten. "Er will ĂŒber die westliche Perspektive hinaus, in Richtung eines multipolaren Denkens. Das gefĂ€llt der Ukraine nicht." Entsprechend unmissverstĂ€ndlich sei die Reaktion Kiews auf den Besuch des pĂ€pstlichen EmissĂ€rs ausgefallen - die Ukraine beharre auf ihren Konditionen fĂŒr einen möglichen Waffenstillstand. Auch innerhalb Europas stehe der Vatikan isoliert da mit seiner ĂŒberparteilichen Haltung. Was also kann der Heilige Stuhl derzeit ĂŒberhaupt in Sachen Ukraine erreichen? "Er wird sich auf humanitĂ€re Aktionen konzentrieren - den Gefangenenaustausch oder das ZurĂŒckholen von ukrainischen Kindern, die nach Russland verschleppt wurden", sagte Politi. Er wirbt um VerstĂ€ndnis fĂŒr die Position des Pontifex: "Franziskus warnt vor einem westlichen Hurrapatriotismus mit bedingungslosem Beistand fĂŒr die Ukraine: Ein in die Knie gezwungenes Russland kann auseinanderbrechen - mit verheerenden Folgen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


