Papst Leo XIV. in Rom an der Lunge operiert
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVatikan erwartet Bulletin nach Eingriff
- Leo XIV. wurde am Dienstag in der Gemelli-Klinik im Nordwesten Roms operiert.
- Ein Ărzteteam unter Leitung von Professor Stefano Margaritora entfernte dem 71-JĂ€hrigen einen Knoten aus der Lunge.
- Der Vatikan kĂŒndigte fĂŒr den Abend ein Ă€rztliches Bulletin zum Verlauf des Eingriffs an.
Papst Leo XIV. hat sich in der Gemelli-Klinik von Rom einer Operation an der Lunge unterzogen.
Polizeieskorte zur Klinik
Der 71-JĂ€hrige traf in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte ein. Vor dem Krankenhaus warteten zahlreiche Schaulustige, die ihn auch im GebĂ€ude begrĂŒĂten.
Der Papst winkte und lĂ€chelte zuversichtlich, bevor die Ărzte mit dem Eingriff begannen. Zum unmittelbaren Verlauf gab es zunĂ€chst keine Angaben.
Knoten frĂŒh entdeckt
Leo hatte erst am Sonntag bekanntgegeben, dass bei Untersuchungen ein Knoten in seiner Lunge entdeckt worden sei. Er bezeichnete ihn als sehr frĂŒh erkannt und gut lokalisiert.
Auf Anraten der Ărzte entschied sich der gebĂŒrtige US-Amerikaner, dessen bĂŒrgerlicher Name Robert Francis Prevost lautet, fĂŒr die operative Entfernung. Das Ărzteteam leitete Professor Stefano Margaritora.
Gemelli-Klinik als Papstkrankenhaus
Die Klinik im Nordwesten der italienischen Hauptstadt gilt als Krankenhaus der PÀpste. Auch Leos VorgÀnger wurden dort behandelt, zuletzt Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr gestorben war.
Wegen Renovierungsarbeiten ist Leo nicht im eigens vorgesehenen Papst-Zimmer untergebracht. FĂŒr seinen Aufenthalt steht jedoch ein besonderer Trakt zur VerfĂŒgung.
Audienzen bis 20. Oktober abgesagt
Nach Angaben von Vatikan-Sprecher Matteo Bruni braucht der Papst nach dem Eingriff voraussichtlich etwa eine Woche Erholung. Alle Audienzen wurden bis einschlieĂlich 20. Oktober abgesagt.
Damit entfÀllt auch der Termin am Mittwoch zum Abschlussgottesdienst des internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie auf dem Petersplatz.
Reise nach SĂŒdamerika geplant
Im November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen. In Peru war Leo viele Jahre als Missionar und Bischof tÀtig.
Zum Programm gehört auch ein Besuch der Stadt Cusco in 3.400 Metern Höhe. Bei manchen Menschen kann die Höhenlage Atemprobleme und Höhenkrankheit auslösen.
Medizinischer Befund bleibt entscheidend
Ein Lungenknoten ist zunĂ€chst eine bildgebende AuffĂ€lligkeit und keine abschlieĂende Diagnose. Mögliche Ursachen reichen von frĂŒheren EntzĂŒndungen und Infektionen bis zu gutartigen VerĂ€nderungen oder bösartigen Erkrankungen. Erst die Untersuchung des entfernten Gewebes kann die Art des Knotens sicher bestimmen.
FĂŒr den weiteren Verlauf sind deshalb vor allem der Operationsbericht, das Ă€rztliche Bulletin und der histologische Befund relevant. Die angekĂŒndigte Erholungszeit von etwa einer Woche beschreibt zunĂ€chst den erwarteten Aufenthalt beziehungsweise die unmittelbare Genesungsphase, sagt aber allein noch nichts ĂŒber die langfristige Belastbarkeit des Papstes aus.
Auswirkungen auf Kalender und Kirche
Unmittelbar betroffen ist der pĂ€pstliche Terminkalender: Audienzen und der Abschlussgottesdienst des Bischofstreffens entfallen bis einschlieĂlich 20. Oktober. Damit erhĂ€lt die medizinische Behandlung Vorrang vor öffentlichen Aufgaben, wĂ€hrend die Leitung des Gottesdienstes vertreten werden soll.
Auch die fĂŒr November geplante Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru steht im weiteren zeitlichen Zusammenhang mit der Genesung. Ob sie wie vorgesehen stattfinden kann, hĂ€ngt vom Befund, dem Heilungsverlauf und der Ă€rztlichen EinschĂ€tzung ab. FĂŒr die katholische Kirche geht es damit nicht nur um die Gesundheit des 71-JĂ€hrigen, sondern auch um die öffentliche HandlungsfĂ€higkeit des Kirchenoberhaupts.
