Papst Leo XIV. will nach Frankreich-Reise auch Deutschland besuchen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPapst Leo XIV. will nach seiner umjubelten Frankreich-Reise auch nach Deutschland kommen, doch für den Besuch gibt es bislang weder einen Zeitplan noch einen Termin.
Einladung liegt bereits vor
Auf dem Rückflug nach Rom sagte Leo vor Journalisten, er hoffe sehr, wieder nach Deutschland zu reisen. Das Land kenne er aus der Zeit vor seiner Wahl zum Papst, als er Leiter des weltweiten Augustinerordens war.
Zugleich bat das Kirchenoberhaupt um Geduld. Er sei erst seit etwa 15 Monaten Papst, sagte Leo. Für Auslandsreisen im kommenden Jahr stehe bislang lediglich seine Teilnahme am Weltjugendtag im August in Südkorea fest.
Steinmeier hatte Leo eingeladen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Leo bereits im vergangenen Jahr eine Einladung nach Deutschland überbracht. Wann und wohin der Papst reisen könnte, ist offen.
Mehr als eine Million Menschen in Frankreich
Während seines viertägigen Frankreich-Besuchs war Leo bei Gottesdiensten unter freiem Himmel von mehr als einer Million Menschen gefeiert worden. Er äußerte die Hoffnung, dass ein solcher Zulauf trotz des starken Rückgangs der Mitgliederzahlen der christlichen Kirchen auch in Deutschland möglich sein könnte.
Auch über Frankreich sei gesagt worden, die Kirche liege im Sterben. Dennoch habe sich in den vergangenen vier Tagen gezeigt, dass viele Menschen ihren christlichen und katholischen Glauben lebten und feierten, sagte Leo. Dafür müsse die Kirche den richtigen Weg und einen wahrhaft missionarischen Geist finden.
Warnung vor Hass und Spaltung
Im Zusammenhang mit dem Erstarken des rechtspopulistischen Lagers äußerte sich der Papst ohne einzelne Parteien zu nennen. Bei den Werten des Evangeliums gehe es nicht um Hass und Spaltung, sondern um Verständnis, Mitgefühl und Begleitung.
Extremistische Ideen könnten womöglich deutlich mehr Schaden anrichten, als derzeit bewusst sei, fügte Leo hinzu.
Ein Besuch ohne Zeitplan
Eine Deutschlandreise wäre für Leo XIV. politisch und kirchlich von besonderer Bedeutung, weil der Papst das Land bereits aus seiner Zeit als Leiter des weltweiten Augustinerordens kennt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte ihm die Einladung bereits im vergangenen Jahr überbracht. Konkrete Stationen oder ein Zeitraum stehen jedoch weiterhin nicht fest.
Der Frankreich-Besuch hat gezeigt, dass der Papst auch in einem stark säkularisierten Umfeld große Menschenmengen mobilisieren kann. In Paris kamen nach Angaben des Vatikans 800.000 Menschen zu einer Messe; in Lourdes nahmen 150.000 Menschen an einem Gottesdienst teil. Zugleich verwies die Reise auf die Spannungen, mit denen die katholische Kirche umgehen muss: sinkende Bindung, Missbrauchsskandale und gesellschaftliche Debatten über Sterbehilfe, Migration und politische Polarisierung.
Bedeutung für die deutsche Kirche
Für Deutschland könnte ein Papstbesuch deshalb mehr sein als ein protokollarisches Ereignis. Er würde Aufmerksamkeit auf die katholische Kirche lenken und könnte Gemeinden, Verbände und junge Gläubige mobilisieren. Gleichzeitig dürfte Leo daran gemessen werden, ob seine Botschaft von missionarischem Aufbruch mit den Erfahrungen vieler Menschen in Deutschland zusammenpasst, die der Kirche distanziert gegenüberstehen oder sie verlassen haben.
Sein Hinweis auf Verständnis, Mitgefühl und Begleitung richtet sich zudem gegen eine politische Vereinnahmung des Christentums durch extremistische Kräfte. Für die deutsche Debatte wäre entscheidend, wie konkret der Papst diese Abgrenzung bei einem möglichen Besuch formuliert und welche Themen die Reise inhaltlich prägen würde.
