Papst Leo XIV. fordert Gespräche über Kriegsende in der Ukraine
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPapst Leo XIV. hat auf dem Rückflug von Frankreich neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine gefordert.
Aufruf an die Staats- und Regierungschefs
„Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Journalisten in der Maschine auf dem Weg nach Rom.
Ziel müsse es sein, „Lösungen für diese Probleme zu finden - anstatt auf Kriegen zu bestehen, die keinen Sinn mehr haben“. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert seit mehr als viereinhalb Jahren an.
Vatikan bislang ohne Durchbruch
Auch Vermittlungsbemühungen des Vatikans brachten bislang keine Fortschritte. Leo äußerte sich nach einem viertägigen Besuch in Frankreich, den er am Montag abschloss.
Warnung vor Wettrüsten
Der Papst warnte erneut vor einem neuen Wettrüsten. Für die gewaltige Rüstungsindustrie würden „riesige Summen“ ausgegeben, während diese Milliarden auch zur Bekämpfung von Hunger, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit eingesetzt werden könnten.
Aus der Rüstungsindustrie ziehe nach seinen Worten eine kleine Elite durch die Förderung von Kriegen enorme Gewinne.
Diplomatie ohne sichtbaren Durchbruch
Die Forderung des Papstes fällt in eine Phase, in der internationale Akteure weiter auf Gesprächskanäle drängen, zugleich aber keine Annäherung zwischen Moskau und Kiew erkennbar ist. Ein Gespräch deutscher und russischer Außenminister am Rande der UN-Generaldebatte brachte nach Darstellung der Beteiligten keinen Fortschritt; die Positionen lägen weit auseinander.
Für Leo XIV. steht dabei nicht nur die Ukraine im Mittelpunkt. Seine Warnung vor einem neuen Wettrüsten verbindet die Friedensforderung mit sozialen Folgen hoher Militärausgaben. Der Papst verweist auf alternative Verwendungsmöglichkeiten für öffentliche Mittel – etwa gegen Hunger, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit.
Bedeutung für Europa
Politisch besitzt der Appell vor allem symbolisches Gewicht. Der Vatikan kann Gesprächsbereitschaft fördern und humanitäre Themen ansprechen, verfügt aber über keinen direkten Einfluss auf die militärischen und territorialen Kernfragen des Kriegs. Frühere Vermittlungsbemühungen blieben ohne Durchbruch.
Für Menschen in Europa bedeutet die festgefahrene Lage, dass Sicherheits- und Verteidigungsfragen weiterhin eng mit sozialen und wirtschaftlichen Belastungen verbunden bleiben. Ein tatsächliches Kriegsende würde deshalb nicht nur eine diplomatische Einigung, sondern auch belastbare Sicherheitsgarantien und Vereinbarungen über die weitere Unterstützung der Ukraine erfordern.
