Juristischer, Erfolg

Juristischer Erfolg fĂŒr Trump passend zur KĂŒr als Kandidat

15.07.2024 - 18:28:57 | dpa.de

Paukenschlag fĂŒr Donald Trump zum Auftakt des Republikaner-Parteitags: Das Strafverfahren gegen ihn in der Dokumenten-AffĂ€re soll enden. Nach dem ĂŒberstandenen Attentat auf ihn strotzt er vor StĂ€rke.

  • Der ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump hat erneut einen juristischen Erfolg erzielt. (Archivbild) - Foto: Rebecca Blackwell/AP
    Der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump hat erneut einen juristischen Erfolg erzielt. (Archivbild) - Foto: Rebecca Blackwell/AP
  • Trump strotzt nach dem Attentat auf ihn und vor dem Parteitag der Republikaner vor StĂ€rke. - Foto: Pat A. Robinson/ZUMA Press Wire/dpa
    Trump strotzt nach dem Attentat auf ihn und vor dem Parteitag der Republikaner vor StÀrke. - Foto: Pat A. Robinson/ZUMA Press Wire/dpa
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Kurz vor seiner KĂŒr zum PrĂ€sidentschaftskandidaten der Republikaner beim Parteitag in Milwaukee hat Donald Trump einen gewaltigen juristischen Sieg eingefahren. In der AffĂ€re um die Mitnahme geheimer Regierungsdokumente stellte die zustĂ€ndige Richterin Aileen Cannon das Strafverfahren gegen Trump ein, wie sie kurz vor dem Start der Parteiversammlung bekanntgab. Der juristische Paukenschlag gibt dem Ex-PrĂ€sidenten weiteren RĂŒckenwind im Wahlkampf. 

Nachdem Trump ein Attentat am Samstag leicht verletzt ĂŒberstanden hat, inszeniert sich der 78-JĂ€hrige mehr denn je als starker AnfĂŒhrer fĂŒr das Land, der selbst durch eine bewaffnete Attacke nicht zu stoppen ist. Der demokratische US-PrĂ€sident Joe Biden warnte nach dem Angriff auf seinen Kontrahenten vor weiterer politischer Gewalt und rief die Amerikaner zum Zusammenhalt auf. Auch Trump warb fĂŒr Einheit - und forderte als Zeichen dafĂŒr, dass auch die anderen Strafverfahren gegen ihn fallen gelassen werden sollten.

Richterin stellt Verfahren in Dokumenten-AffÀre ein

Trump wurde in vier verschiedenen Verfahren angeklagt, als erster Ex-PrÀsident in der Geschichte der USA. In einem wurde er bereits verurteilt - wegen illegal verbuchter Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar. Damit bestreitet er den PrÀsidentschaftswahlkampf als verurteilter StraftÀter. 

In den anderen drei FĂ€llen kam es bislang nicht zum Prozess. Dass das Verfahren zur Dokumenten-AffĂ€re in Miami im Bundesstaat Florida nun vor einem Prozessauftakt eingestellt werden soll, kommt ĂŒberraschend.

Richterin Cannon begrĂŒndete die Entscheidung mit Zweifeln an der rechtmĂ€ĂŸigen Ernennung des Sonderermittlers in dem Fall. Sonderermittler Jack Smith kann Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Klar ist, dass sich ein Prozessbeginn damit verschiebt, weil die aufgeworfenen juristischen Fragen zunĂ€chst geklĂ€rt werden mĂŒssen. Das ist ganz im Sinne Trumps, der mit allen Mitteln versucht, seine juristischen Probleme zu verschleppen. 

Hausdurchsuchung bei Trump vor zwei Jahren

Trump war in der Dokumenten-AffÀre im vergangenen Jahr auf Bundesebene angeklagt worden. Ihm wird in diesem Fall die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Informationen aus seiner Zeit als PrÀsident (2017 bis 2021) vorgeworfen. 

Im August 2022 hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa in Florida durchsucht und mehrere als streng geheim eingestufte Dokumenten-SĂ€tze beschlagnahmt. Vorgeworfen wird Trump auch eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen: So soll er versucht haben, mithilfe von Mitarbeitern Material aus Überwachungskameras verschwinden und Kisten mit Dokumenten wegschaffen zu lassen. 

Trump plÀdierte bei der Vorstellung der Anklage in Miami im vergangenen Jahr auf «nicht schuldig». Seine AnwÀlte versuchten, das Verfahren mit diversen AntrÀgen zu stoppen. Richterin Cannon wurde einst von Trump ernannt. Kritiker warfen ihr in den vergangenen Monaten vor, das Verfahren zu verschleppen und AntrÀge in Zeitlupe zu bearbeiten. 

Supreme-Court-Richter lieferte Vorlage

Vor einigen Wochen hatte Trump in einem anderen Fall vor dem Supreme Court einen Erfolg eingefahren. Das Oberste Gericht entschied, dass Trump fĂŒr Handlungen im PrĂ€sidentenamt weitgehenden Schutz vor Strafverfolgung genießt. Die Entscheidung hatte zunĂ€chst nicht direkt etwas mit der Einstellung des Verfahrens in Miami zu tun, aber möglicherweise indirekt. 

Supreme-Court-Richter Clarence Thomas hatte in einer Stellungnahme zu dem ImmunitĂ€ts-Urteil geschrieben, dass Sonderermittler Smith, der auch einen anderen Fall gegen Trump leitet, nicht rechtmĂ€ĂŸig ernannt sei und deshalb keine Befugnis habe, Trump anzuklagen. In dem Verfahren in Miami hatten Trumps AnwĂ€lte genau dieses Argument, das von vielen Fachleuten zurĂŒckgewiesen wird, vorgebracht. 

Trump reagierte erfreut auf Cannons Entscheidung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, da das Land nach dem Attentat auf ihn nun zusammenrĂŒcke, sollte dies «nur der erste Schritt» sein, schnell gefolgt von der Einstellung aller Verfahren gegen ihn.

Große Krönungsmesse fĂŒr Trump

Der Republikaner soll beim Parteitag in Milwaukee offiziell als Kandidat fĂŒr die Wahl Anfang November nominiert werden. Dies wurde fĂŒr Montagabend deutscher Zeit erwartet. Der Schritt ist nur eine Formalie. Seine mit Spannung erwartete Rede dort wird Trump erst in der deutschen Nacht zu Freitag halten.

Der Ex-PrĂ€sident sagte in einem Interview der Boulevardzeitung «New York Post», nach dem Attentat habe er seine ursprĂŒnglich geplante und gegenĂŒber der Regierung «extrem harte Rede» verworfen. Er wolle stattdessen versuchen, das Land zu einen. «Aber ich weiß nicht, ob es möglich ist. Die Menschen sind sehr gespalten.»

Die politische Stimmung in den USA ist seit Jahren aufgeheizt. Drohungen gegen AmtstrĂ€ger und demokratische Institutionen im Land nehmen zu. Das Attentat auf Trump bestĂ€tigte die dĂŒstersten BefĂŒrchtungen, dass die Gewalt im laufenden Wahlkampf eskalieren könnte. 

Angst vor weiterer Gewalt nach Attentat auf Trump

Ein Mann hatte am Samstag bei einer Wahlkampfrede im Bundesstaat Pennsylvania auf Trump geschossen und ihn am Ohr verletzt. Der TĂ€ter, laut Bundespolizei FBI ein 20 Jahre alter Mann aus der Region, wurde von SicherheitskrĂ€ften getötet. Das Motiv ist noch unklar. Es steht die Frage im Raum, ob die Veranstaltung und Trump ausreichend geschĂŒtzt waren. US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas sprach von einem Sicherheitsversagen. 

Bei der Attacke auf Trump wurde ein Zuschauer getötet, zwei weitere wurden schwer verletzt. Der Ex-PrĂ€sident zeigte sich im GesprĂ€ch mit der «New York Post» dankbar, dass er selbst den Angriff ĂŒberlebte. «Ich sollte tot sein», sagte er. «Durch GlĂŒck oder durch Gott - und viele Leute sagen, es war Gottes Werk - bin ich noch hier.»

Biden verurteilte die Attacke scharf und nahm sie zum Anlass, sich direkt aus dem Oval Office an die Nation zu wenden und zum Zusammenhalt aufzurufen. Die politische Debatte im Land sei sehr hitzig geworden, sagte der PrĂ€sident bei einer seltenen Ansprache aus seinem Amtszimmer im Weißen Haus. «Es ist Zeit, sie abzukĂŒhlen», mahnte er. «Wir alle haben die Verantwortung, das zu tun.» Gewalt sei nie eine Lösung. «Wir lösen unsere Meinungsverschiedenheiten an der Wahlurne. So machen wir es - an der Wahlurne, nicht mit Kugeln.» Ob es mit diesem Wunsch klappen wird, und wie lange eine mögliche MĂ€ĂŸigung der bislang teils bitterbösen Rhetorik im Wahlkampf anhalten wird, ist aber fraglich.

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