«Perversion»: Kubas PrÀsident verurteilt US-Sanktionen
05.06.2026 - 05:41:37 | dpa.de
Die USA haben Sanktionen gegen Kubas PrĂ€sidenten Miguel DĂaz-Canel, dessen Familienmitglieder und verschiedene Behörden verhĂ€ngt. Damit erhöht US-PrĂ€sident Donald Trump den Druck auf die sozialistische Regierung Kubas weiter. DĂaz-Canel verurteilte die Sanktionen und sprach von einem Zeichen der «AggressivitĂ€t und Perversion» der US-Regierung. Kuba werde sich dem «imperialistischen Feldzug widersetzen», schrieb er in der Nacht zum Freitag auf der Plattform X. Die Sanktionen hĂ€tten das Ziel, dem kubanischen Volk zu schaden.
Trump hatte zuletzt wiederholt eine mögliche «Ăbernahme» des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Karibikstaats ins Spiel gebracht. Mehrfach deutete er an, nach dem Krieg gegen den Iran werde Kuba an der Reihe sein. Mit zahlreichen neuen Sanktionen und einer Blockade von Ăllieferungen will er einen wirtschaftlichen und politischen Wandel auf der Insel erzwingen.Â
Laut US-Finanzministerium wurde DĂaz-Canel auf eine Sanktionsliste gesetzt, wodurch etwaige Vermögenswerte in den USA eingefroren werden und es US-BĂŒrgern und Firmen verboten ist, mit gelisteten Personen oder Institutionen GeschĂ€ftsbeziehungen zu unterhalten. Auch internationale GeschĂ€fte dĂŒrften dadurch bedeutend schwieriger werden, weil viele Firmen das Risiko scheuen, mit US-Sanktionen in Konflikt zu geraten.Â
Die Ehefrau des Staatschefs, Lis Cuesta Peraza, sowie sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta wurden ebenfalls mit Sanktionen belegt. Von den MaĂnahmen betroffen sind auch ein Sohn des 95-jĂ€hrigen Ex-PrĂ€sidenten RaĂșl Castro, Alejandro Castro, und ein Enkel, RaĂșl Alejandro Castro. Der ehemalige PrĂ€sident ist eine mĂ€chtige Figur in dem sozialistischen Karibikstaat, auch wenn er inzwischen eher hinter den Kulissen wirkt.
Rubio wirft Kuba UnterstĂŒtzung von Terrorismus vor
ZusĂ€tzlich wurden das kubanische Verteidigungsministerium, die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) sowie andere Organisationen sanktioniert. Laut Regierungskritikern fungieren die in nahezu jedem Wohnviertel existierenden CDR als Instrument zur Ăberwachung Andersdenkender.Â
«Seit Jahrzehnten ist Kuba die Welthauptstadt des radikalen linken Terrorismus», schrieb US-AuĂenminister Marco Rubio auf der Plattform X. Man nehme nun das Netzwerk ins Visier, das subversive Operationen Kubas auch in anderen LĂ€ndern ermöglicht und finanziert habe. «Die Trump-Regierung wird radikale marxistische Regime in unser HemisphĂ€re nicht lĂ€nger tolerieren», schrieb Rubio.
Seit Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Unter Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu.Â
US-Anklage gegen RaĂșl Castro
Der kubanische PrĂ€sident DĂaz-Canel fĂŒhrt seit 2018 die RegierungsgeschĂ€fte in Havanna. WĂ€hrend seiner Amtszeit geriet Kuba in eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit dem Sieg der Revolution 1959. Die Bevölkerung der Insel leidet unter dauernden StromausfĂ€llen und massiven Versorgungsproblemen.
RaĂșl Castro und sein 2016 gestorbener Bruder Fidel waren die AnfĂŒhrer der Revolution, die einst die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stĂŒrzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. Zuletzt veröffentlichte die US-Regierung eine Klage gegen RaĂșl Castro. Ihm wird eine Verwicklung in den Abschuss von zwei Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. RaĂșl Castro war damals Verteidigungsminister.
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