USA, EU

US-Investmentbank Lazard ermuntert Europa zu mehr UnabhÀngigkeit

16.02.2026 - 13:09:45 | dts-nachrichtenagentur.de

Peter Orszag, Chef der US-Investmentbank Lazard, hat Europa zu mehr UnabhÀngigkeit von den USA ermuntert.

EU-Fahnen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
EU-Fahnen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Die europĂ€ischen Politiker mĂŒssen sich fragen, wie viel VolatilitĂ€t sie aus Washington noch aushalten wollen", sagte Orszag dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

Er begrĂŒĂŸte den Vorschlag des kanadischen Premierministers Mark Carne, ein BĂŒndnis der MittelmĂ€chte aufzubauen. "Warum sollte sich die EU nicht der asiatischen Freihandelszone anschließen? In einer Welt, die in die Machtblöcke USA, China sowie Russland, Iran und Nordkorea zerbricht, sollte Europa nicht ins Abseits geraten", so Orszag am Rande der MĂŒnchener Sicherheitskonferenz.

Lazard ist fĂŒr seinen starken Fokus auf Geopolitik und Regulierung bekannt. Orszag selbst ist aus Washington in die Finanzwelt gewechselt, er arbeitete fĂŒr die demokratischen PrĂ€sidenten Barack Obama und Bill Clinton. Mit Blick auf die Trump-Regierung warnte er vor Risiken, die mit Trumps "diskretionĂ€rem Staatskapitalismus" verbunden seien.

Die Regierung hat sich unter US-PrĂ€sident Donald Trump an einer Reihe von Unternehmen beteiligt - ein fĂŒr die USA ungewöhnlicher Schritt, bei dem es keine klaren Regeln gebe, sondern viel "auf individuellen Entscheidungen als auf einem umfassenden Regelwerk" basiere, so Orszag. "Langfristig fĂŒhrt dieser Ansatz zu mehr Lobbyismus und dem Risiko von unangemessenem Verhalten einzelner Firmen, weil sie viel verlieren könnten, wenn sie in Ungnade fielen." Die Gewaltenteilung ("Checks and Balances") hĂ€lt der Lazard-CEO fĂŒr geschwĂ€cht. "Insgesamt lĂ€sst sich sagen, dass es derzeit weniger Kontrollmechanismen gibt als viele gerne hĂ€tten, aber das bedeutet nicht, dass es keine gibt", stellte er klar.

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