USA, Ukraine

USA und Ukraine schließen Rohstoffabkommen

01.05.2025 - 02:54:10

PrÀsident Donald Trump will den USA Zugriff auf ukrainische BodenschÀtze sichern. Wochenlang wurde um ein Abkommen gerungen. Ein erster Versuch scheiterte - jetzt steht der Deal.

  • Die USA und die Ukraine haben wochenlang ĂŒber ein Abkommen verhandelt. (Archivbild) - Foto: Danylo Antoniuk/Ukrinform/dpa

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  • US-PrĂ€sident Trump hat Kiew zu einem Rohstoffabkommen gedrĂ€ngt.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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Die USA und die Ukraine haben wochenlang ĂŒber ein Abkommen verhandelt. (Archivbild) - Foto: Danylo Antoniuk/Ukrinform/dpaUS-PrĂ€sident Trump hat Kiew zu einem Rohstoffabkommen gedrĂ€ngt.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Die USA und die Ukraine haben sich nach langem Ringen auf die Einrichtung eines Wiederaufbaufonds geeinigt, der Washington auch Zugang zu BodenschĂ€tzen in dem von Russland angegriffenen Land gewĂ€hren soll. Beide Seiten bestĂ€tigten die Einigung am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington, gaben aber nur wenige Details preis. Das Abkommen kommt in einer entscheidenden Phase in den Verhandlungen ĂŒber ein Friedensabkommen: US-PrĂ€sident Donald Trump drĂ€ngt auf ein rasches Ende des Krieges in der Ukraine und zeigt sich entnervt ĂŒber die ausbleibenden Fortschritte.

Trump setzte die Ukraine in der Vergangenheit bei dem Thema Rohstoffe massiv unter Druck. Er betrachtete potenzielle Gewinne aus dem Rohstoffabbau als Ausgleich fĂŒr finanzielle und militĂ€rische UnterstĂŒtzung der USA. Nach der nun getroffenen Vereinbarung betonte der Republikaner, dass die USA viel mehr zurĂŒckbekommen wĂŒrden, als sie bisher investiert hĂ€tten. Er bekrĂ€ftigte seine Sichtweise, dass eine wirtschaftliche PrĂ€senz der USA in der Ukraine auch eine Sicherheitsgarantie fĂŒr das Land darstelle.

US-Finanzminister Scott Bessent und die ukrainische Vizeregierungschefin Julia Swyrydenko unterzeichneten das Vertragswerk in der US-Hauptstadt. Der Text des Abkommens wurde zunĂ€chst nicht veröffentlicht. Vorgesehen ist aber ein Investitionsfonds zur gemeinsamen Ausbeutung ukrainischer BodenschĂ€tze, der Mittel zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes erwirtschaften soll. Die USA erhalten damit einen privilegierten Zugang zu ukrainischen Ressourcen - darunter Metalle der seltenen Erden, die fĂŒr Hochtechnologie wichtig und strategisch bedeutsam sind.

Bessent: Trump setzt sich fĂŒr Frieden ein

Trumps Finanzminister Bessent wurde mit Blick auf die Inhalte der Einigung nicht sonderlich konkret, zeigte sich aber zufrieden. Das Abkommen sei ein klares Signal an die russische FĂŒhrung, dass sich die Trump-Regierung langfristig fĂŒr einen Friedensprozess einsetze, in dessen Mittelpunkt «eine freie, souverĂ€ne und prosperierende Ukraine» stehe. 

Die ukrainische Vizeregierungschefin Swyrydenko nannte mehr Einzelheiten. Der kĂŒnftige Wiederaufbaufonds solle in Projekte zur Förderung von Mineralien, Öl und Gas sowie in damit verbundene Infrastruktur investieren, erklĂ€rte sie. «Die Ukraine und die Vereinigten Staaten werden gemeinsam die zu finanzierenden Investitionsprojekte festlegen», schrieb sie auf Facebook. Investiert werden dĂŒrfe nur in der Ukraine. In den ersten zehn Jahren solle der Fonds Gewinne und Einnahmen nicht ausschĂŒtten, sondern reinvestieren. 

Um Bedenken in der Ukraine vor einem möglichen Ausverkauf zu begegnen, betonte Swyrydenko, dass der Fonds gleichberechtigt mit den USA betrieben werde. Die Ukraine werde ihren Anteil am Fonds nicht aus bestehenden Rohstoffprojekten leisten, sondern 50 Prozent der Einnahmen aus kĂŒnftigen Förderlizenzen oder RohstoffverkĂ€ufen einzahlen.

Ukraine muss MilitĂ€rhilfen nicht zurĂŒckzahlen

Umstritten war in den Verhandlungen, ob die Ukraine MilitĂ€r- und Finanzhilfen der USA mit Hilfe der Rohstoffausbeutung quasi zurĂŒckzahlen muss. Dies ist nach Angaben Swyrydenkos nicht der Fall.

Die USA könnten ihren Beitrag zu dem Fonds auch mit MilitĂ€rhilfe leisten, zum Beispiel mit Flugabwehrwaffen, erlĂ€uterte sie. Die Ukraine mĂŒsse keine Schulden wegen bisheriger Waffen- oder Finanzhilfen aus den USA in den gut drei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskrieges tragen. In keinem der PartnerlĂ€nder sollen demnach Steuern auf die Einnahmen des Fonds anfallen.

Verhandlungen ĂŒber das Abkommen liefen seit Februar. Sie standen aber nach einem weltweit beachteten Eklat zwischen Trump, dessen Vize JD Vance und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus vor dem Scheitern. Schließlich konnten sich beide LĂ€nder doch auf einen neuen Anlauf verstĂ€ndigen. Mitte April unterzeichneten Kiew und Washington eine AbsichtserklĂ€rung fĂŒr den Abschluss des Rohstoffabkommens.

Schmyhal: Rohstoffvorkommen bleiben Eigentum der Ukraine 

Das eigentliche Abkommen muss vor Inkrafttreten noch vom ukrainischen Parlament ratifiziert werden. MinisterprĂ€sident Denys Schmyhal hatte schon vor der Unterzeichnung des Deals versichert: «Die Ukraine behĂ€lt die Kontrolle ĂŒber ihre Ressourcen. Das heißt, BodenschĂ€tze, Infrastruktur, Rohstoffe sind nicht Teil oder Voraussetzung des Fonds oder der Vereinbarung.»

Selenskyj hatte das Abkommen im vergangenen Herbst vorgeschlagen, um an Trumps SelbstverstĂ€ndnis als GeschĂ€ftsmann zu appellieren und Sicherheitsgarantien der USA zu erhalten. Die Hoffnung auf solche Garantien erfĂŒllte sich nach allem, was bekannt ist, zunĂ€chst nicht. 

Am vergangenen Wochenende kam Selenskyj dann in Rom am Rande der Trauerfeier nach dem Tod von Papst Franziskus fĂŒr ein GesprĂ€ch mit Trump zusammen. Bilder davon, wie sich die beiden StaatsmĂ€nner auf zwei StĂŒhlen gegenĂŒbersitzen, gingen um die Welt. Angesprochen darauf, was er Selenskyj gesagt habe, antwortete Trump nun im US-Fernsehen, er habe dem Ukrainer geraten, ein Abkommen zu unterzeichnen, «weil Russland viel grĂ¶ĂŸer und viel stĂ€rker ist».

@ dpa.de

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