Geteiltes, Echo

Geteiltes Echo der Opposition auf Frankreichs neuen Premier

13.12.2024 - 14:36:44

PrĂ€sident Macron hat seinen Vertrauten Bayrou zum neuen Premier ernannt. Linke und GrĂŒne drohen schon mit einem Misstrauensantrag, die Rechtsnationalen stellen eine Forderung auf.

In Frankreich stĂ¶ĂŸt die Ernennung des Zentrumspolitikers François Bayrou zum neuen Premierminister bei der Opposition auf ein geteiltes Echo. Der Koordinator der Linkspartei, Manuel Bompard, kĂŒndigte unverzĂŒglich einen Misstrauensantrag gegen den Vertrauten von PrĂ€sident Emmanuel Macron an. Bayrou mĂŒsse gestĂŒrzt werden, damit auch Macron stĂŒrze, sagte der Linkspolitiker. GrĂŒnen-Vorsitzende Marine Tondelier drohte im Sender BFMTV mit einem Misstrauensantrag, wenn Macron mit dem neuen Premier die bisherige Politik fortsetzen und wichtige Minister im Amt behalten wolle. 

Der Vorsitzende des rechtsnationalen Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, sagte indes, seine Partei plane zunĂ€chst keinen Misstrauensantrag gegen den 73-jĂ€hrigen neuen Premier. Die RN-Fraktionsvorsitzende Marine Le Pen rief Bayrou auf, der Opposition zuzuhören und einen vernĂŒnftigen und durchdachten Haushalt aufzustellen.

Die Sozialisten erklĂ€rten zwar, sich nicht an der kĂŒnftigen Regierung zu beteiligen, stellten aber den Verzicht auf einen Misstrauensantrag in Aussicht, wenn Bayrou sich nicht von den Rechtsnationalen abhĂ€ngig mache und einen Konsens in Haushaltsfragen suche. Die Konservativen beraumten unterdessen am Nachmittag eine Sitzung an, um ĂŒber ihre Haltung gegenĂŒber dem neuen Premier zu beraten.

Im Streit um einen Sparhaushalt hatten die Linkspartei und das Rassemblement National die vorherige Regierung mit UnterstĂŒtzung weiterer Oppositionsabgeordneter vor gut einer Woche gestĂŒrzt. Frankreich muss dringend den GĂŒrtel enger schnallen, die EU-Kommission betreibt wegen zu hoher Neuverschuldung ein Defizitverfahren gegen Paris.

@ dpa.de