EU-Einigung: RumÀnien und Bulgarien treten Schengenraum bei
12.12.2024 - 13:16:12Bulgarien und RumĂ€nien können ab Anfang Januar vollstĂ€ndig dem grenzkontrollfreien Schengen-Raum beitreten. Nachdem seit MĂ€rz bereits Kontrollen an den FlughĂ€fen und den Seegrenzen weggefallen sind, wird nun auch das freie Reisen ĂŒber die Grenzen zu Lande möglich, wie die ungarische EU-RatsprĂ€sidentschaft nach einem einstimmigen Beschluss der 27 Mitgliedstaaten in BrĂŒssel mitteilte.
Der Schengen-Raum ermöglicht es Menschen, in Europa zu reisen, ohne dabei an den Grenzen kontrolliert zu werden. Insgesamt 29 LĂ€nder gehören dazu, darunter EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland und Frankreich, aber auch Nicht-EU-LĂ€nder wie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Zuletzt hatten allerdings viele Regierungen - auch die deutsche - im Kampf gegen irregulĂ€re Migration wieder Grenzkontrollen eingefĂŒhrt.
Neue Mitglieder können nur einstimmig im Schengen-Raum aufgenommen werden. Ăsterreich hatte lĂ€nger die Liberalisierung an den Landgrenzen blockiert, zuletzt aber den Widerstand aufgegeben. RumĂ€nien und Bulgarien hatten seit 2011 auf den Beschluss gewartet.
Wien hatte sein Veto damit begrĂŒndet, dass ĂŒber die beiden LĂ€nder weiter zahlreiche Migranten ins Land kommen könnten. Unter anderem sorge inzwischen ein stĂ€rkerer AuĂengrenzschutz dafĂŒr, dass Migranten nicht mehr durchgewunken wĂŒrden, hieĂ es jedoch nun.
Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser begrĂŒĂte am Rande des Treffens der Innenminister die Schengen-Erweiterung. Beide LĂ€nder wĂŒrden sich gut um einen gesicherten AuĂengrenzschutz kĂŒmmern. Das bisherige österreichische Verzögern bezeichnete die SPD-Politikerin auf Nachfrage als Fehler. Es gehe ja auch um Vertrauen in die EuropĂ€ische Kommission, sagte Faeser. Wenn man Kriterien fĂŒr einen Beitritt festlegen und sie wĂŒrden erfĂŒllt, dann mĂŒsse man auch so konsequent sein, das umzusetzen. Sie sei froh, dass dieser Schritt nun gegangen wurde.
RumĂ€niens StaatsprĂ€sident Klaus Iohannis sagte, der Schritt steigere die WettbewerbsfĂ€higkeit rumĂ€nischer Produkte und die AttraktivitĂ€t des Landes fĂŒr auslĂ€ndische Investoren. Iohannis versicherte mit Blick auf die Migration zugleich: «RumĂ€nien wird weiterhin verantwortungsbewusst handeln, um die AuĂengrenzen der Union zu schĂŒtzen und zu stĂ€rken, einschlieĂlich der wirksamen BewĂ€ltigung der illegalen Migration.» Der bulgarische PrĂ€sident Rumen Radew hob ebenfalls hervor, der Schengen-Beitritts seines Landes stĂ€rke die europĂ€ische Integration Bulgariens sowie seine Wirtschaft und bringe vor allem den BĂŒrgern Erleichterungen.
Alle EU-Mitgliedstaaten werden, sobald sie bereit sind, Vollmitglieder des Schengen-Raums. Dies ist sowohl ein Recht als auch eine Verpflichtung.
RumĂ€nien und Bulgarien waren bereits 2007 der EU beigetreten. Bis September standen Justiz und Rechtsstaat dort aber wegen grassierender Korruption und organisierter KriminalitĂ€t unter Sonder-Ăberwachung der EU-Kommission. Auch wegen dieser Probleme gab es lange keine Einstimmigkeit unter den Staats- und Regierungschefs fĂŒr einen Beitritt.
UrsprĂŒnglich ging es im Schengen-Abkommen nur um den freien Personenverkehr. Doch mit der Zeit wurde das Abkommen erweitert. Heute regelt es etwa auch die Zusammenarbeit zwischen Polizeibehörden, damit Verbrechen grenzĂŒbergreifend besser bekĂ€mpft werden können.


