«Wir haben ihn»: Vermisster US-Soldat im Iran gerettet
05.04.2026 - 13:47:26 | dpa.deMit einem hochriskanten Kommandoeinsatz haben SpezialkrĂ€fte den nach dem Abschuss eines Kampfjets im Iran vermissten US-Soldaten gerettet. «Wir haben ihn», schrieb US-PrĂ€sident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Versalien. Ăbereinstimmenden Medienberichten zufolge versteckte sich der Waffensystemoffizier mehr als 24 Stunden im SĂŒdwesten des Landes in felsigem GelĂ€nde vor iranischen KrĂ€ften und entging so der Gefangennahme.
«Er erlitt Verletzungen, aber es wird ihm gut gehen», schrieb Trump und wĂŒrdigte den Offizier als «mutigen Krieger». Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war bereits zuvor gerettet worden, wie der US-PrĂ€sident bestĂ€tigte. «Wir werden niemals einen amerikanischen Soldaten zurĂŒcklassen», Ă€uĂerte Trump.
So spielte sich der «Wettlauf auf Leben und Tod» ab
Die Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds folgte auf einen «Wettlauf auf Leben und Tod» zwischen US-amerikanischen und iranischen StreitkrĂ€ften, zitierte die «New York Times» US-Beamte. Der Soldat sei von «unseren Feinden gejagt worden», sie seien ihm stĂŒndlich nĂ€hergekommen, schrieb Trump. «Dutzende Flugzeuge, ausgestattet mit den tödlichsten Waffen der Welt» seien geschickt worden. An der Lokalisierung des Offiziers soll der Auslandsgeheimdienst CIA maĂgeblich beteiligt gewesen sein.
Der Soldat sei «nie wirklich allein» gewesen, schrieb Trump. Die US-MilitĂ€rfĂŒhrung habe seinen Standort in den Bergen «rund um die Uhr» ĂŒberwacht. Trump schrieb von einer «der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-MilitĂ€rs in der Geschichte der USA».Â
Der Waffensystemoffizier sei fĂŒr Ausnahmesituationen dieser Art geschult, schrieb die Pentagon-Korrespondentin und in Sicherheitsfragen gut vernetzte Journalistin vom Sender Fox News, Jennifer Griffin. Er habe sich - wie der Pilot - nach dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz retten können. «Er versteckte sich auf einem erhöhten BergrĂŒcken, nachdem er sich vom Wrack entfernt hatte, und setzte ein Notfallsignal ab», schrieb Griffin auf der Plattform X.
Die US-SpezialkrĂ€fte, darunter FallschirmjĂ€ger, nutzten den Berichten zufolge eine provisorisch errichtete Landezone tief in iranischem Gebiet, um dem Vermissten nahezukommen. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem «heftigen Feuergefecht» kam.Â
Rettungsflugzeuge flogen den Waffensystemoffizier nach Angaben der «New York Times» zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge hĂ€tten im Iran festgesteckt, wurde ein US-MilitĂ€rbeamter zitiert - mutmaĂlich aufgrund von BeschĂ€digungen, verursacht durch die BodenverhĂ€ltnisse der improvisierten Landezone. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden. Die beiden zurĂŒckgelassenen Flugzeuge seien gesprengt worden, um zu verhindern, dass sie in iranische HĂ€nde fielen, hieĂ es.
Die Version des Iran: «Völliger Fehlschlag» der Rettung
Nach Bekanntgabe der Rettung des US-Offiziers berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die Revolutionsgarden hĂ€tten am Morgen angeblich zwei Black-Hawk-Hubschrauber der Amerikaner, ein C-130-MilitĂ€rtransportflugzeug und mehrere Drohnen getroffen und zerstört.Â
Tasnim veröffentlichte dazu Aufnahmen, auf denen brennende Wrackteile zu sehen sind. Der staatliche englischsprachige Sender PressTV schrieb auf X, eine «sogenannte Rettungsaktion» des US-MilitĂ€rs auf einem verlassenen Flugplatz im SĂŒden von Isfahan sei in einem «völligen Fehlschlag» geendet, weil iranische StreitkrĂ€fte rechtzeitig eingetroffen seien.
Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die fĂŒr die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. HĂ€tte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hĂ€tte die FĂŒhrung in Teheran dies nach EinschĂ€tzung von Experten als Druckmittel nutzen können. WĂ€re das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wĂ€ren Bilder davon veröffentlicht worden, hĂ€tte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Ăffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.
Trump behauptet erneut: Haben die Lufthoheit im IranÂ
Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fĂŒrchten mĂŒssten. Die USA hĂ€tten die Lufthoheit erlangt. «Trump sagte, der Iran sei "vernichtet" worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen», schrieb der US-Fernsehsender NBC.Â
Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb Trump, die Tatsache, dass beide Operationen durchgefĂŒhrt werden konnten «ohne einen einzigen getöteten oder auch nur verletzten Amerikaner», beweise erneut eine Â«ĂŒberwĂ€ltigende Luftherrschaft».
Zuvor hatte der US-PrĂ€sident dem Iran erneut mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Ăffnung der StraĂe von Hormus beugen. «Die Zeit lĂ€uft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle ĂŒber sie hereinbricht», schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfĂŒllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die StraĂe von Hormus öffne.
Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die fĂŒr den globalen Ăl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollstĂ€ndig und «ohne Drohungen» fĂŒr den Schiffsverkehr öffnen. Das Ultimatum dafĂŒr lĂ€uft am 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) ab. Die gegenseitigen Angriffe dauerten auch am Sonntag an.
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