Riad, Huthi-Miliz

Riad: Mindestens zwölf Tote bei Huthi-Angriff auf Flughafen

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 05:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen King Chalid in Riad sind nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde mindestens zwölf Menschen getötet und 309 verletzt worden. Saudi-Arabien macht die Huthi verantwortlich, während Washington über eine direkte Unterstützung der saudischen Angriffe berät.

  • Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
    Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
  • Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen King Chalid in Riad sind nach Angaben der staatlichen saudischen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden.

Flughafen vorübergehend geschlossen

Einige Verletzte schwebten demnach am Sonntagmorgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz für die Attacke auf eines der Passagierterminals verantwortlich. Bündnissprecher Turki al-Maliki bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „regelrechtes Kriegsverbrechen“ und kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Trump prüft Beteiligung der USA

US-Präsident Donald Trump erklärte kurz nach dem Angriff, er prüfe, ob sich die Vereinigten Staaten den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. Auf die Frage, ob dies möglich sei, antwortete er dem Sender CBS News zufolge: „Vielleicht. Wir werden uns das anschauen.“

Der Betrieb am Flughafen King Chalid wurde nach der Attacke vorübergehend eingestellt. Unter den Getöteten waren nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde vier saudische Staatsangehörige sowie Menschen aus Bangladesch, den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten.

Huthi verstärken Angriffe

Die Huthi hatten ihre Angriffe auf Saudi-Arabien zuletzt ausgeweitet und sich zu Attacken mit ballistischen Raketen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen bekannt. Bereits am Donnerstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen drei saudische Staatsangehörige getötet worden.

Die Huthi warfen Saudi-Arabien zugleich vor, den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida und weitere Gebiete aus der Luft angegriffen zu haben. Zur erneuten Attacke vom Samstag lag zunächst kein Bekennerschreiben der Miliz vor.

USA verurteilen Attacken

US-Außenminister Marco Rubio verurteilte die jüngsten Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien auf der Plattform X „auf das Schärfste“. Die Attacken zeugten von einer „eklatanten Missachtung des Lebens unschuldiger Zivilisten“ und müssten sofort aufhören, schrieb Rubio. Die USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens.

Die US-Botschaft in Saudi-Arabien rief US-Bürger auf, den Flughafen King Chalid und die umliegenden Gebiete zu meiden. Regierungsmitarbeiter benötigen für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam eine Sondergenehmigung. Die Botschaft riet zu äußerster Vorsicht bei der Nutzung größerer Flughäfen im Land.

Konflikt weitet sich aus

Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Saudi-Arabien unterstützt diese Regierung und fliegt immer wieder Luftangriffe im Nachbarland. Die jemenitische Regierung kündigte am vergangenen Wochenende eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung der von den Huthi kontrollierten Gebiete an.

Die jüngste Eskalation bildet eine weitere Front im Konflikt im Nahen Osten, der sich seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar ausgebreitet hat. Parallel dazu wurde in der Straße von Hormus erneut ein Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen; ein Feuer brach aus, die Besatzung blieb nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde in Sicherheit.

Neue Spannungen in der Straße von Hormus

Das Ausmaß der Schäden und die Verantwortlichen für den Tankerangriff waren zunächst unklar. Der Iran behindert seit Beginn des Iran-Kriegs mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus.

Das US-Militär griff nach eigenen Angaben außerdem erneut einen zivilen Frachter an, der versucht habe, die Seeblockade gegen den Iran zu durchbrechen. Der Antrieb sei lahmgelegt worden; die Besatzung blieb demnach unverletzt.

Eine neue Front im regionalen Konflikt

Der Angriff auf den Flughafen King Chalid steht im Zusammenhang mit der Ausweitung des Krieges zwischen den Huthi und der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung. Die Huthi kontrollieren seit Jahren große Teile des Jemen, darunter Sanaa, und verfügen über Raketen- und Drohnenkapazitäten, mit denen sie zunehmend Ziele außerhalb des Landes erreichen.

Für Saudi-Arabien verschärft sich damit die Sicherheitslage an mehreren strategischen Punkten. Flughäfen, Ölanlagen und Verkehrsknotenpunkte sind nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich relevant. Wiederholte Angriffe können den zivilen Flugverkehr beeinträchtigen, Versicherungs- und Sicherheitskosten erhöhen und den internationalen Reiseverkehr in der Region bremsen.

Washington unter Entscheidungsdruck

Die Reaktion der US-Regierung ist politisch besonders bedeutsam, weil Washington und Riad sicherheitspolitisch eng verbunden sind. Eine direkte amerikanische Unterstützung saudischer Angriffe auf Huthi-Stellungen würde den Konflikt wahrscheinlich weiter internationalisieren und könnte neue Gegenangriffe auf US-Interessen in der Region auslösen. Zugleich erhöht die Zahl ziviler Opfer den Druck, den Schutz Saudi-Arabiens sichtbar zu stärken.

Für Reisende ist der Flughafenbetrieb kurzfristig das unmittelbarste Risiko. Nach wiederholten Angriffen müssen mit Umleitungen, Ausfällen und verschärften Zugangskontrollen gerechnet werden. Die Entwicklung betrifft zudem die regionale Handels- und Energieinfrastruktur, weil der Jemen-Konflikt mit den größeren Spannungen zwischen Iran, den USA und ihren Partnern am Golf verbunden ist.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Huthi-Miliz im Jemen Schwerer Angriff auf saudischen Flughafen“ (10.10.2026)

Der Bericht bestätige den erneuten Angriff auf den Flughafen und die Behandlung zahlreicher Verletzter. Er hebe stärker als die dpa-Meldung hervor, dass die saudi-arabische Luftfahrtbehörde die Huthi zunächst nicht offiziell verantwortlich gemacht habe, und beschreibe die Warnungen mehrerer Regierungen vor einer Nutzung des Flughafens.

Euronews: „Riyadh-Flughafen: Evakuierungen und Verletzte nach mutmaßlichem Huthi-Angriff“ (10.10.2026)

Der Artikel berichte ebenfalls über den Angriff am Samstag und die Evakuierung von Passagieren. Er setze den Schwerpunkt auf Augenzeugenberichte, Flugausfälle und die Warnungen ausländischer Botschaften; die spätere Opferzahl von zwölf Toten und 309 Verletzten aus der dpa-Meldung gehe über den dort zunächst dargestellten Stand hinaus.

Beide Berichte stimmten darin überein, dass der Flughafen erneut Ziel eines schweren Angriffs gewesen sei und der Flugverkehr beeinträchtigt worden sei. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Zeitpunkt der jeweiligen Berichterstattung, bei der Zuschreibung an die Huthi und beim Umfang der zunächst bekannten Opferzahlen.

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