Riad, Huthi-Miliz

Riad: Zwölf Tote bei Huthi-Angriff auf Flughafen – USA prüfen Militäreinsatz

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 06:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Angriff auf den Flughafen King Chalid in Riad sind nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet und 309 verletzt worden. Die Attacke verschärft den Konflikt zwischen den Huthi im Jemen und Saudi-Arabien; Washington prüft eine militärische Unterstützung Riads.

  • Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
    Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
  • Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen King Chalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden.

Flughafen vorübergehend geschlossen

Einige Verletzte schwebten am Sonntagmorgen in Lebensgefahr. Der Betrieb des Flughafens wurde nach der Attacke vorübergehend eingestellt.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz für den Angriff auf eines der Passagierterminals verantwortlich. Bündnissprecher Turki al-Maliki bezeichnete die Attacke als „regelrechtes Kriegsverbrechen“ und kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Guterres verurteilt Angriff

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst schockiert“. Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das Völkerrecht und müssten sofort eingestellt werden, erklärte er.

Unter den Getöteten waren nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde vier saudische Staatsangehörige sowie Menschen aus Bangladesch, den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten.

Washington prüft Beteiligung

US-Präsident Donald Trump erklärte, er prüfe, ob sich die Vereinigten Staaten den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. „Vielleicht. Wir werden uns das anschauen“, wurde er vom Sender CBS News zitiert.

US-Außenminister Marco Rubio verurteilte die jüngsten Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien „auf das Schärfste“ und erklärte, die USA stünden an der Seite des Königreichs.

Weitere Angriffe auf Flughäfen

Die Huthi hatten zuletzt ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Der Flughafen King Chalid war bereits am Donnerstag angegriffen worden; dabei kamen drei saudische Staatsangehörige ums Leben. Auch der Flughafen Abha im Südwesten des Landes war im Verlauf der Woche Ziel eines Angriffs.

Die Huthi warfen Saudi-Arabien zuvor Luftangriffe auf den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida und weitere Gebiete vor. Zu der erneuten Attacke vom Samstag lag zunächst kein Bekennerschreiben der Miliz vor.

Warnung an US-Bürger

Die US-Botschaft in Saudi-Arabien rief US-Bürger auf, den Flughafen King Chalid und die umliegenden Gebiete zu meiden. Regierungsmitarbeiter benötigten für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam eine Sondergenehmigung.

Der Konflikt zwischen den Huthi und der international anerkannten jemenitischen Regierung dauert seit mehr als einem Jahrzehnt an. Saudi-Arabien unterstützt die Regierung und fliegt regelmäßig Luftangriffe im Jemen. Die Eskalation gilt als weitere Front in der regionalen Krise, die sich seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ausweitet.

Angriff auf Tanker in der Straße von Hormus

Unterdessen wurde in der Straße von Hormus erneut ein Tanker angegriffen. Nach Angaben der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt UKMTO traf ein „unbekanntes Geschoss“ das Schiff; ein Feuer brach aus, die Besatzung blieb demnach in Sicherheit.

Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst offen. Das US-Militär erklärte zudem, erneut einen zivilen Frachter wegen des versuchten Durchbrechens der Seeblockade gegen den Iran angegriffen zu haben. Der Antrieb sei lahmgelegt worden, die Besatzung unverletzt geblieben.

Ausweitung des Jemen-Konflikts

Der Angriff steht im Zusammenhang mit einer erneuten Eskalation zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien. Die Huthi kontrollieren seit Jahren große Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung und führt gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe gegen die Huthi.

Mit den jüngsten Raketen- und Drohnenangriffen verlagert sich der Konflikt stärker auf zivile Infrastruktur außerhalb des Jemen. Flughäfen, Ölanlagen und Verkehrswege werden damit zu unmittelbaren Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung und den internationalen Reiseverkehr. Der Flughafen King Chalid ist bereits mehrfach Ziel von Angriffen gewesen.

Risiken für Flugverkehr und US-Politik

Die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs kann Verspätungen, Umleitungen und Ausfälle internationaler Verbindungen nach sich ziehen. Warnungen ausländischer Vertretungen erhöhen den Druck auf Fluggesellschaften und Reisende, Sicherheitsentscheidungen kurzfristig anzupassen.

Besondere Bedeutung hat die mögliche Reaktion Washingtons. Eine direkte militärische Unterstützung Saudi-Arabiens würde den Konflikt über die bisherige regionale Auseinandersetzung hinaus verschärfen und die Huthi zu weiteren Angriffen auf saudische oder amerikanische Ziele bewegen können. Zugleich erhöht der Angriff den politischen Druck auf Riad, seine Luftverteidigung und den Schutz kritischer Infrastruktur auszubauen.

Verbindung zur regionalen Krise

Die Eskalation fällt in eine Phase, in der sich der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten auf weitere Schauplätze ausweitet. Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus und auf Flughäfen verbinden Sicherheitsfragen, Energiehandel und militärische Auseinandersetzungen. Für die Region steigt damit das Risiko, dass einzelne Angriffe neue Vergeltungsmaßnahmen auslösen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Huthi-Miliz im Jemen Schwerer Angriff auf saudischen Flughafen“ (10.10.2026)

Der Bericht bestätige den erneuten Angriff auf den Flughafen King Khalid und hebe die Verletzten sowie die Warnung der Bundesregierung vor einer Nutzung des Flughafens hervor. Er ordne die Attacke in die jüngste Serie von Angriffen ein, formuliere die Huthi-Verantwortung für diesen konkreten Angriff jedoch vorsichtiger und verweise auf die zunächst ausbleibende offizielle Erklärung der Miliz.

Euronews: „Riyadh-Flughafen: Evakuierungen und Verletzte nach mutmaßlichem Huthi-Angriff“ (10.10.2026)

Der Artikel berichte über Evakuierungen, Augenzeugenbeobachtungen und die Ausfälle mehrerer Flugverbindungen. Er setze den Schwerpunkt stärker auf die unmittelbaren Folgen für Passagiere und Fluggesellschaften und stelle die Zuordnung zum Huthi-Angriff als Angabe aus diplomatischen Kreisen dar.

Beide Berichte stellten den Angriff und die Beeinträchtigungen des Flughafenbetriebs in den Mittelpunkt. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Darstellung der Verantwortungszuordnung, der Zahl und Schwere der Verletzungen sowie bei der Gewichtung der internationalen Reisewarnungen.

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