Berichte, Giuliani

Berichte: Giuliani muss 148 Millionen US-Dollar zahlen

15.12.2023 - 22:58:16

Rudy Giuliani war einst ein angesehener Politiker. Doch diesen Ruf hat er in den vergangenen Jahren stetig zerstört. Der Ex-BĂŒrgermeister von New York muss nun eine saftige EntschĂ€digung zahlen.

Der frĂŒhere New Yorker BĂŒrgermeister Rudy Giuliani muss wegen der Verleumdung von zwei ehemaligen Wahlhelferinnen 148 Millionen US-Dollar (knapp 137 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen.

Eine Geschworenenjury in der US-Hauptstadt Washington sprach Ruby Freeman und Shaye Moss die Millionensumme zu, wie US-Medien ĂŒbereinstimmend berichteten. Freeman und Moss, die Mutter und Tochter sind, waren Wahlhelferinnen im US-Bundesstaat Georgia bei der PrĂ€sidentenwahl 2020.

Giuliani, VerbĂŒndeter von Ex-PrĂ€sident Donald Trump, behauptete fĂ€lschlicherweise nach der Wahl, dass Helfer wie sie Wahlzettel fĂŒr Trump weggeworfen und gefĂ€lschte Zettel fĂŒr den Demokraten Joe Biden gezĂ€hlt hĂ€tten. Dabei gerieten Moss und ihre Mutter ins Visier von Trump-AnhĂ€ngern, weil sie auf einem Video zu sehen waren, das in Umlauf gebracht wurde.

Beide Frauen bekamen im vergangenen Jahr nationale Aufmerksamkeit, als sie vor dem Untersuchungsausschuss zur Attacke auf das Kapitol im Kongress aussagten. «Ich will nirgendwo mehr hingehen. Ich stelle alles infrage», sagte Moss damals etwa. Menschen hĂ€tten sie bedroht, ihr den Tod gewĂŒnscht. Die beiden Frauen klagten schließlich auf Schadenersatz und warfen Giuliani vor, dass seine Behauptungen ihren Ruf zerstört und zu zahlreichen auch rassistischen Drohungen gegen sie gefĂŒhrt hĂ€tten. Die beiden Frauen sind schwarz.

Höhe der EntschÀdigung stand noch aus

Ein Richter hatte bereits im Sommer entschieden, dass der ehemalige Trump-Anwalt die Frauen verleumdet hatte. Nun stand die Höhe der EntschÀdigung noch aus. Giuliani sagte in dem Prozess nicht aus, sagte aber vor dem Gericht zu Reportern, dass er seine Aussagen nicht bereue und diese wahr gewesen seien. Die Geschworenenjury sprach den beiden Frauen nun eine deutlich höhere Summe zu, als diese gefordert hatten. Sie klagten auf bis zu 43 Millionen US-Dollar.

Giuliani hat noch mit weiteren juristischen Problemen zu kĂ€mpfen. Er hatte Trump wĂ€hrend dessen Amtszeit beraten und ist gemeinsam mit dem Republikaner in Georgia wegen versuchten Wahlbetrugs angeklagt. Der 79-JĂ€hrige war einst ein geachteter Politiker in den USA. WĂ€hrend der AnschlĂ€ge vom 11. September war er BĂŒrgermeister von New York und oberster Krisenkoordinator. In den vergangenen Jahren hat Giulianis Ruf allerdings erheblich gelitten - mit diversen Auftritten sorgte er fĂŒr großen Spott.

@ dpa.de