UN-Bericht, Mensch

UN-Bericht: Jeder elfte Mensch 2023 von Hunger betroffen

24.07.2024 - 16:09:16

Rund 733 Millionen Menschen waren im Jahr 2023 von Hunger betroffen - das war jeder elfte Mensch weltweit.

Dies geht einem Bericht von fĂŒnf Sonderorganisationen der Vereinten Nationen hervor, der am Mittwoch im Rahmen eines G20-Treffens in Brasilien vorgestellt wurde. Demnach sind die Fortschritte im Kampf gegen den Hunger der letzten 15 Jahre zum Teil wieder verschwunden: Das Niveau der UnterernĂ€hrung ist wieder mit dem der Jahre 2008 und 2009 vergleichbar. Damit gerĂ€t das 2015 beschlossene UN-Entwicklungsziel, die Welt bis 2030 von Hunger zu befreien, weiter außer Reichweite. Regional ist die Entwicklung sehr unterschiedlich.

Fortschritte konnten in Lateinamerika verzeichnet werden, wo nunmehr 6,2 Prozent der Bevölkerung von Hunger betroffen sind. In Asien blieb der Anteil der Hungerleidenden stabil bei 8,1 Prozent, wĂ€hrend er in Westasien und der Karibik zulegte. Insbesondere in Afrika ist der Anstieg deutlich: Dort waren 20,4 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die GrĂŒnde fĂŒr eine Zunahme der ErnĂ€hrungsunsicherheit und der UnterernĂ€hrung sind vielfĂ€ltig. So zehrt den UN-Organisationen zufolge die anhaltende Inflation die ökonomischen Fortschritte vieler Menschen vielerorts wieder auf. Auch der menschengemachte Klimawandel und Konflikte wirken sich immer hĂ€ufiger und gravierender auf die ErnĂ€hrungssicherheit aus. Die UN-Sonderorganisationen riefen dazu auf, die Finanzierung zur Beendigung von Hunger zu verstĂ€rken. "Die betrĂ€chtlichen Investitionen, die fĂŒr gesunde, sichere und nachhaltig produzierte Lebensmittel erforderlich sind, sind weitaus geringer als die Kosten, die fĂŒr die Volkswirtschaften und Gesellschaften entstehen, wenn wir nichts unternehmen", erklĂ€rte dazu der GeneralsekretĂ€r der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Cindy McCain, Exekutivdirektorin des WelternĂ€hrungsprogramms (WFP), hĂ€lt weiter am UN-Entwicklungsziel fest. "Eine Zukunft ohne Hunger ist möglich, wenn wir die notwendigen Ressourcen und den politischen Willen aufbringen, um in bewĂ€hrte langfristige Lösungen zu investieren", erklĂ€rte sie. "Ich rufe die Staats- und Regierungschefs der G20 auf, dem Beispiel Brasiliens zu folgen und ambitionierten globalen Maßnahmen zur BekĂ€mpfung von Hunger und Armut PrioritĂ€t einzurĂ€umen. Wir haben die Technologien und das Know-how, um die ErnĂ€hrungsunsicherheit zu beenden - aber wir brauchen dringend finanzielle Mittel, um in großem Umfang in sie zu investieren." Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russel verwies auf bereits erreichte Erfolge. "In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Kinder, die chronisch mangelernĂ€hrt sind, weltweit um ein Drittel, oder 55 Millionen, gesunken. Dies zeigt, dass sich Investitionen in die ErnĂ€hrung von MĂŒttern und Kindern auszahlen", sagte die Chefin des Kinderhilfswerks. "Dennoch leidet weltweit eines von vier Kindern unter fĂŒnf Jahren an UnterernĂ€hrung - dies kann zu langfristigen SchĂ€den fĂŒhren. Wir mĂŒssen dringend die Finanzierung aufstocken, um die MangelernĂ€hrung von Kindern zu beenden. Die Welt kann und muss dies tun."

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