Russland, Ukraine

US-Gesandte nach Treffen mit Putin unterwegs nach Kiew

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 02:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund drei Studen haben Kremlchef Putin und die Gesandten von US-PrĂ€sident Trumps in Moskau ĂŒber Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. Nun reisen die UnterhĂ€ndler erstmals nach Kiew.

  • Putin spricht erneut mit Trumps Gesandten Kushner und Witkoff (von links) ĂŒber eine mögliche Beendigung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Putin spricht erneut mit Trumps Gesandten Kushner und Witkoff (von links) ĂŒber eine mögliche Beendigung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine. - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der Kremlchef hatte Kushner und Witkoff den ganzen Tag warten lassen.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Der Kremlchef hatte Kushner und Witkoff den ganzen Tag warten lassen. - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Donald Trumps Gesandte bemĂŒhen sich um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    US-PrĂ€sident Donald Trumps Gesandte bemĂŒhen sich um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hatte den Angriff auf die Ukraine vor gut viereinhalb Jahren befohlen - und wohl mit einem schnellem Sieg gerechnet.  - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
    Der russische PrÀsident Wladimir Putin hatte den Angriff auf die Ukraine vor gut viereinhalb Jahren befohlen - und wohl mit einem schnellem Sieg gerechnet. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Putin spricht erneut mit Trumps Gesandten Kushner und Witkoff (von links) ĂŒber eine mögliche Beendigung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der Kremlchef hatte Kushner und Witkoff den ganzen Tag warten lassen.  - Bild: Uncredited/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa US-PrĂ€sident Donald Trumps Gesandte bemĂŒhen sich um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hatte den Angriff auf die Ukraine vor gut viereinhalb Jahren befohlen - und wohl mit einem schnellem Sieg gerechnet.  - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Nach einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau reisen die US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals zu GesprĂ€chen ĂŒber eine mögliche Beendigung des Ukraine-Kriegs nach Kiew. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will die Gesandten von US-PrĂ€sident Donald Trump heute in der ukrainischen Hauptstadt empfangen. Der Besuch soll im Schutz einer von Selenskyj und Putin erklĂ€rten örtlich und auf drei Tage begrenzten Waffenruhe stattfinden. Moskau hat zugesichert, zur Sicherheit fĂŒr die US-Gesandten auf Luftangriffe gegen die Stadt Kiew zu verzichten. 

Witkoff und Trumps Schwiegersohn hatten den Kreml in der Nacht nach einem gut dreistĂŒndigen GesprĂ€ch mit Putin verlassen. Dem Vernehmen nach brachte die Unterredung zunĂ€chst keine greifbaren Ergebnisse. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von konstruktiven, inhaltsreichen und vertrauensvollen GesprĂ€chen. Die US-Seite Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht öffentlich zu der Unterredung mit dem russischen Staatschef. 

Kreml: Putin berichtet von Vormarsch an der Front

Uschakow zufolge zeigte sich Putin einmal mehr ĂŒberzeugt, dass er die Ziele seines Krieges - den Russland militĂ€rische Spezialoperation nennt - erreichen werde. Putin habe seine EinschĂ€tzung der Lage abgegeben. «Insbesondere wurden die tatsĂ€chlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Einsatzgebiet hervorgehoben», sagte Uschakow. 

Allerdings geben Experten ĂŒber die vermeintlichen und realen Fortschritte der Kriegsparteien im Frontgebiet unterschiedliche EinschĂ€tzungen ab. Seit Monaten kann Russland kaum Gebietsgewinne vermelden. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob Putin von seinem Generalstab ĂŒber die Lage wahrheitsgemĂ€ĂŸ informiert wird.

Wichtig fĂŒr Russland sei vor allem die Beseitigung der Grundursachen des Konflikts, sagte Uschakow. Dazu zĂ€hlt Moskau etwa das Vorgehen Kiews gegen die in Teilen der Ukraine verbreitete russische Sprache. 

US-Gesandte sollen in Kiew Putins Position ĂŒberbringen

Uschakow sagte nichts zu neuen VorschlĂ€gen fĂŒr eine Beendigung des Kriegs, die laut Trump und Kreml bei dem Treffen prĂ€sentiert werden sollten. Putin setze darauf, dass Witkoff und Kushner die russische Sicht nun in Kiew ĂŒbermittelten, betonte er. Das ließ zunĂ€chst nicht darauf schließen, dass es bei der Lösung des Konflikts Bewegung geben könnte. 

Im August war ĂŒberraschend auch CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau zu GesprĂ€chen auf Geheimdienstebene. US-Medienberichten zufolge soll der Geheimdienstchef Russlands wirtschaftliche und militĂ€rische Position als geschwĂ€cht dargestellt und Moskau gedrĂ€ngt haben, sich auf eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs einzulassen. 

Experte: Visite ohne Ergebnisse

«Die Visite Witkoffs und Kushners hat erwartungsgemĂ€ĂŸ zu nichts gefĂŒhrt - außer einer formellen Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, der seit dem FrĂŒhjahr pausierte - mit dem Beginn der amerikanischen Aggression gegen Iran», sagte der Moskauer Amerikanist Dmitri Nowikow. Witkoff werde in Moskau geschĂ€tzt, weil er weniger harte Töne anschlage als andere US-Vertreter. Die Lage in dem Konflikt sei so verfahren, dass bloße diplomatische Mittel den Prozess nicht vom «toten Punkt» wegbekĂ€men. 

Eine US-Regierungsmaschine, die Witkoff und Kushner zu transportieren schien, flog in der Nacht von Moskau nach RzeszĂłw im SĂŒdosten Polens. Von dort dĂŒrften die US-Gesandten mit dem Zug weiter nach Kiew reisen. Offiziell gab es keine Informationen zum genauen Reiseverlauf der Vermittler. 

Die bisherigen GesprĂ€che zwischen Putin und Trumps Gesandten hatten auch zu direkten Verhandlungen zwischen Russen und Ukrainern gefĂŒhrt. In Kiew dĂŒrften Witkoff und Kushner den Prozess wieder in Gang bringen wollen, damit sich Vertreter der Kriegsparteien erneut an einen Tisch setzen. Russland fĂŒhrt seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland inzwischen seit mehr als viereinhalb Jahren. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe.

Kriegsparteien setzen auf Eskalation

MilitĂ€rexperten sprechen seit Wochen von einer gezielten Eskalation der Gewalt auf beiden Seiten des Konflikts. FĂŒr Putin bleibt die vollstĂ€ndige Eroberung des Industriereviers Donbass in der Ostukraine erklĂ€rtes Ziel. Die ukrainischen StreitkrĂ€fte wollen diesen Rest des Gebietes Donezk nicht rĂ€umen. 

Putin hat als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe im russischen Hinterland auf Ölraffinerien und Logistikzentren von Online-VersandhĂ€ndlern Vergeltung angedroht. Er gab Befehle, vor allem die ukrainische Energieinfrastruktur gezielt angreifen zu lassen. Dabei kommen auch die besonders schnellen ballistischen Raketen zum Einsatz, die die Ukraine wegen fehlender Flugabwehrraketen kaum zerstören kann. 

PrÀsident Selenskyj drohte im Gegenzug, die Zahl der ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland von durchschnittlich 300 auf 1.000 am Tag erhöhen. Er hat dazu internationale Fluggesellschaften gewarnt, dass der Luftraum in Russland nicht mehr sicher sei. Putin wirft ihm «Staatsterrorismus» gegen die zivile Luftfahrt vor.

Kurz vor der Anreise der US-Vertreter hatte Selenskyj dem russischen MilitÀr vorgeworfen, demonstrativ die Kiewer FlughÀfen Schuljany und Boryspil beschossen zu haben. 

Kiews Verteidigungsminister spricht mit Pistorius ĂŒber Hilfe

Die Ukraine und ihre westlichen VerbĂŒndeten wollen bei einer neuen Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in der nĂ€chsten Woche ĂŒber weitere militĂ€rische Hilfe fĂŒr das von Russland angegriffene Land beraten. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara nach einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) mit. Ein Datum fĂŒr das Treffen im sogenannten Ramstein-Format nannte Chmara nicht.

Der Minister informierte Pistorius nach eigenen Angaben ĂŒber die verstĂ€rkten Luftangriffe durch Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen - und den Mangel an Abwehrraketen fĂŒr Kiew. Die Ukraine fordert seit Monaten mehr Hilfe der westlichen VerbĂŒndeten bei der Luftabwehr. Der Schutz vor den russischen Angriffen habe Vorrang, sagte der Minister. Zudem bleibe auch die finanzielle UnterstĂŒtzung durch die Partner fĂŒr die StabilitĂ€t der Ukraine von entscheidender Bedeutung.

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