Medien, Israel

Medien: Israel schickt Flugzeuge nach Unruhen in Amsterdam

08.11.2024 - 04:53:25

Rund um das Gastspiel eines israelischen Fußballclubs kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen in Amsterdam. Israels UN-Botschafter spricht von einem «Pogrom» gegen Juden.

Nach gewaltsamen Ausschreitungen am Rande des AuswĂ€rtsspiels eines israelischen Fußballclubs in Amsterdam will Israels Regierung Fans des GĂ€steclubs laut Medienberichten ausfliegen lassen. Die AnhĂ€nger von Maccabi Tel Aviv sollen laut der Zeitung «Times of Israel» und dem Nachrichtenportal «Ynet» mit zwei Maschinen in Sicherheit gebracht werden - so habe es MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu angeordnet, heißt es in den Berichten unter Berufung auf das BĂŒro des Regierungschefs. Netanjahu rief die niederlĂ€ndischen SicherheitskrĂ€fte demnach auf, entschlossen gegen GewalttĂ€ter vorzugehen und die Sicherheit der israelischen Fußballfans zu gewĂ€hrleisten.

Rund um das Fußballspiel des niederlĂ€ndischen Clubs Ajax Amsterdam in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv am Donnerstagabend war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei gab es an mehreren Orten im Zentrum der niederlĂ€ndischen Hauptstadt Unruhen - wobei nicht nĂ€her erlĂ€utert wurde, von welcher Seite die Gewalt ausging. Insgesamt seien am Donnerstagabend 57 Menschen vorlĂ€ufig festgenommen worden. 

Mehrere israelische Politiker sprachen von bestĂŒrzenden Gewaltszenen, bei denen propalĂ€stinensische TĂ€ter regelrecht Jagd auf Juden gemacht hĂ€tten - und bezogen sich dabei auf Videos in sozialen Medien. Die Aufnahmen ließen sich allerdings zunĂ€chst nicht verifizieren, und die niederlĂ€ndische Polizei blieb in ihrer Darstellung deutlich zurĂŒckhaltender.

«Da findet 2024 in Europa ein Pogrom statt», kommentierte der israelische UN-Botschafter Danny Danon auf X. Der israelische Außenminister Gideon Saar schrieb eben dort: «Nach den schwerwiegenden VorfĂ€llen stehen wir mit den Behörden in den Niederlanden in Kontakt. Jeder Israeli oder Jude, der sich derzeit in Not befindet oder Informationen zu den Gewalttaten hat, wendet sich bitte an das Lagezentrum.»

@ dpa.de