Iran, Krieg

Iran beginnt öffentliche Trauerfeiern für Chamenei

04.07.2026 - 04:00:06 | dpa.de

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei schließlich beerdigt werden. Nun beginnen die öffentlichen Trauerfeiern.

Die Trauerfeiern gehen über mehrere Tage (Archivbild).  - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
Die Trauerfeiern gehen über mehrere Tage (Archivbild). - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung beginnen im Iran die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten für die Beerdigung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei. Drei Tage lang soll der Leichnam des früheren Staatsoberhaupts in der Hauptstadt Teheran bleiben, ehe er für weitere Zeremonien in die Pilgerstadt Ghom und dann in den Irak gebracht wird. 

Am kommenden Donnerstag soll der frühere Religionsführer im religiösen Zentrum seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Für Chameneis Anhänger und Irans Regierung ist die Staatstrauer zugleich Abschied und ein Zeichen von Machtdemonstration. 

Chamenei war am 28. Februar im Alter von 86 Jahren durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten. Auch Dutzende iranische Generäle und Politiker wurden getötet. Die Zukunft über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Konflikt dauerhaft lösen soll, ist weiter ungewiss.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen bei Trauerfeiern

Die Behörden stellten sich unterdessen auf einen Massenandrang von mehreren Millionen Anhängern ein. Regierungskritiker und viele Menschen im Iran, die Anfang des Jahres noch gegen den autoritären Kurs der Führung sowie die massive Wirtschaftskrise auf die Straße gegangen waren, betrachten die Feierlichkeiten jedoch mit Gleichgültigkeit und Ablehnung. Tausende Demonstranten waren Mitte Januar bei Protesten getötet worden.

Aus Sicherheitsgründen will der Iran von Montag an seinen Luftraum für mehrere Tage sperren. Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte werden in den Metropolen im Einsatz sein, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Kommandeur der Ordnungskräfte. Weitere 200.000 Kräfte sollen für Sicherheit in den Provinzen sorgen. 

Mit Blick auf den Krieg der USA und Israels warnten Irans Streitkräfte vor einer neuen militärischen Eskalation rund um die Staatstrauer. «Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird», hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten.

Chamenei regierte bis zum Tod mit absoluter Härte

Als oberster Führer des Irans hatte Chamenei in allen wichtigen Fragen das letzte Wort, Regierung und Präsident waren ihm untergeordnet. Der schiitische Ajatollah war auch die oberste religiöse Autorität der Islamischen Republik. Unter seiner Führung entwickelten sich die Revolutionsgarden zur führenden Streitmacht des Landes und bauten ihren Einfluss in der Region aus.

Chamenei galt als unantastbar. Unter seiner Führung stieg das Land mit dem starken Sicherheitsapparat zu einer einflussreichen Regionalmacht auf, die in den vergangenen Jahren jedoch massiv geschwächt wurde. Auch im Inneren regierte er mit absoluter Härte. Als Staatsoberhaupt hatte der Kleriker autoritäre Züge. Kritik an seiner Person wurde nicht geduldet. «Tod dem Diktator», riefen Demonstranten bei den jüngsten Protestwellen.

Ungewissheit über Chamenei junior

Chameneis Sohn Modschtaba war eine Woche nach dem Tod seines Vaters Anfang März zum neuen Oberhaupt ernannt worden, trat seitdem jedoch nicht öffentlich auf. Dies hatte Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst, von schweren Verletzungen ist die Rede. Das Staatsfernsehen bezeichnete ihn als «Kriegsversehrten», nannte aber keine weiteren Details. Auch für die Beerdigung in Maschhad ist unklar, ob er erscheint.

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