Ukraine-Krieg, Wladimir Putin

Russland signalisiert Dreiertreffen mit USA und Ukraine im November

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russland stellt nach dem Treffen Wladimir Putins mit US-Sondergesandtem Steve Witkoff ein weiteres Gesprächsformat mit Kiew und Washington in Aussicht. Als möglicher Zeitraum gilt die Zeit nach dem 10. November, Abu Dhabi wird als möglicher Ort genannt.

Putins Signale für November

  • Wladimir Putin signalisierte Steve Witkoff Gespräche mit den USA und der Ukraine im November.
  • Als möglicher Zeitraum gilt die Zeit nach dem 10. November, als Ort kommt Abu Dhabi infrage.
  • Russland nennt den Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine als Hauptthema.
  • Der erste Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel soll am Donnerstag seine Reise in Richtung USA beginnen.
  • In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
  • Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.  - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet. - Bild: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russland signalisiert Gespräche mit USA und Ukraine

Russland ist nach Kreml-Angaben bereit, die dreiseitigen Gespräche mit den USA und der Ukraine im November fortzusetzen. Präsident Wladimir Putin habe dies dem US-Sondergesandten Steve Witkoff bei einem dreistündigen Treffen in St. Petersburg signalisiert, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow.

Abu Dhabi als möglicher Gesprächsort

Nach Uschakows Angaben könnte das Treffen nach dem 10. November stattfinden; als möglicher Ort gilt Abu Dhabi. Im Mittelpunkt soll der Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine stehen.

Das Weiße Haus bestätigte, dass Kiew und Moskau den Vorschlag für ein weiteres Treffen auf technischer Ebene in diesem Format akzeptiert hätten. Zuletzt hatten sich Vertreter der drei Seiten im Februar in Genf getroffen, zuvor hatte es zwei Gespräche in Abu Dhabi gegeben.

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Witkoff überbringt neue Vorschläge

Witkoff hatte sich zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern getroffen. Anschließend überbrachte er Putin neue Vorschläge zur Beendigung des Krieges.

Uschakow sprach von neuen Ansätzen bei den Europäern und in Kiew. Zugleich sagte er, diese Nuancen stellten Russland nicht vollständig zufrieden. Einzelheiten zu den veränderten Positionen nannte er nicht.

Trump begrüßt Freilassung eines US-Amerikaners

Zum Auftakt des Treffens gab Putin die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard bekannt. Der über 70-Jährige war 2024 zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll.

Hubbard befand sich nach Putins Angaben bereits am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Freilassung und erklärte, dafür sei kein Austausch nötig gewesen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von humanitären Erwägungen.

Putin wirbt für weiteres Gipfeltreffen

Putin dankte Trump erneut für dessen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. Zugleich machte er deutlich, dass er ein Treffen mit Trump und Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping im November am Rande des Apec-Gipfels im chinesischen Shenzhen anstrebt.

Russland fordert für eine Waffenruhe seit Langem den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kiew kontrolliert dort noch strategisch wichtige Städte, Selenskyj lehnt einen solchen Rückzug ab.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Gespräch

Am Treffen nahmen auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow und sein Beauftragter für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, teil. Putin sagte, Russland sei an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert.

Nach bereits vereinbarten Diesellieferungen könne Russland auch große Mengen Dünger für den amerikanischen Markt bereitstellen. Der erste Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel soll am Donnerstag seine Reise antreten.

Ukraine vor einem weiteren Kriegswinter

Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre sagte, Russland könnte sich möglicherweise nach Wegen für Diplomatie umsehen. Selenskyj erklärte nach weiteren Gesprächen in Oslo, nun hänge viel davon ab, ob die US-Seite von Putin neue Signale für Frieden erhalten habe.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen den russischen Angriffskrieg. Massive Angriffe auf die Energieinfrastruktur verschärfen die Lage vor dem Winter, während Kiew nach eigenen Angaben nicht über ausreichend Mittel für die Luftabwehr verfügt. Eine von Selenskyj befürwortete Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen lehnte Putin bislang ab.

Das geplante Dreiertreffen würde an ein Gesprächsformat anknüpfen, in dem Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine bereits mehrfach miteinander gesprochen haben. Nach den jüngsten Treffen Witkoffs mit ukrainischen und europäischen Vertretern steht dabei die Frage im Mittelpunkt, ob sich die Positionen der Kriegsparteien ausreichend angenähert haben, um wieder auf höherer politischer Ebene zu verhandeln.

Territoriale Fragen bleiben zentral

Besonders schwierig bleibt die Verbindung zwischen Sicherheitsgarantien und territorialen Forderungen. Russland verlangt den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem von Moskau beanspruchten Gebiet Donezk. Die ukrainische Führung lehnt dies ab, weil ein solcher Schritt aus ihrer Sicht einer Kapitulation gleichkäme. Damit berührt das mögliche Treffen den Kern des Konflikts und nicht nur technische Fragen eines Verhandlungsablaufs.

Für die Ukraine erhöht der nahende Winter den Druck. Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur treffen die Versorgung, während Kiew auf zusätzliche Mittel für die Luftverteidigung angewiesen ist. Eine Vereinbarung über eine Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen könnte deshalb unmittelbare Bedeutung für die Zivilbevölkerung haben, ist bislang aber nicht zustande gekommen.

Diplomatie und wirtschaftliche Kontakte

Das Gespräch zwischen Putin und Witkoff verbindet zudem politische und wirtschaftliche Themen. Russland signalisiert Interesse an einer Zusammenarbeit mit den USA und verweist auf Diesel- und mögliche Düngemittellieferungen. Solche Kontakte können Kommunikationskanäle offenhalten, ersetzen jedoch keine Einigung über Waffenruhe, Sicherheitsordnung und territoriale Fragen.

Ein Treffen im November wäre daher zunächst ein diplomatischer Schritt und kein Beleg für einen unmittelbar bevorstehenden Frieden. Entscheidend wäre, ob die angekündigten Gespräche konkrete Verhandlungspunkte hervorbringen und ob Washington, Moskau und Kiew ihre unterschiedlichen Vorstellungen in ein gemeinsames Verfahren überführen können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „US-Gesandter Witkoff zu Treffen mit Putin in St. Petersburg erwartet“ (21.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Witkoffs Treffen mit Putin in St. Petersburg und ordnet es als Teil der amerikanischen Vermittlungsbemühungen ein. Im Mittelpunkt steht dort der Ablauf des Besuchs; die dpa-Meldung nennt darüber hinaus die russische Bereitschaft zu einem neuen Dreiertreffen im November.

Tagesschau: „US-Vermittler Witkoff berät mit Putin über Ukraine“ (21.10.2026)

Der Bericht bestätigt die Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich auf das Treffen selbst und lässt die konkreten Angaben zu einem möglichen Termin und Ort eines weiteren Dreierformats im Hintergrund.

Beide Beiträge stimmen im zentralen Ablauf überein. Offen bleibt, ob aus dem Gespräch belastbare Verhandlungsschritte entstehen und wie die gegensätzlichen Positionen zu Territorium und Sicherheitsgarantien überbrückt werden können.

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