Kiew: Viele Verletzte nach russischen LuftschlÀgen
27.12.2025 - 09:25:08In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind bei schweren russischen LuftschlĂ€gen nach Angaben von BĂŒrgermeister Vitali Klitschko mehr als zwei Dutzend Menschen verletzt worden. Klitschko berichtete in seinem Telegram-Kanal nach den Angriffen mit Drohnen und Raketen von BrĂ€nden in zwei HochhĂ€usern sowie anderen GebĂ€uden. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich im Verlauf des Morgens und Vormittags immer weiter. In der Hauptstadt fiel in Tausenden Haushalten die Heizung aus. Es gab auch StromausfĂ€lle. Im Kiewer Gebiet starb laut Behörden eine 47-jĂ€hrige Frau bei den Angriffen.Â
Im ganzen Land gab es Luftalarm. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem Angriff mit etwa 500 Drohnen und 40 Raketen gegen Energieanlagen und zivile Infrastruktur. Das sei die Antwort von Kremlchef Wladimir Putin und seinem Umfeld auf die laufenden Friedensverhandlungen. «Sie haben kein Interesse daran, den Krieg zu beenden», sagte Selenskyj vor seinem fĂŒr Sonntag geplanten Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump.
Russland trifft Energieversorgung der Ukraine
An mehreren Stellen in Kiew seien auch Autos in Brand geraten, teilte Klitschko weiter mit. In mehr als 4.000 WohnhÀusern sei die zentrale WÀrmeversorgung ausgefallen. In Kiew herrschten Temperaturen um die Null. Auch 187 KindergÀrten, 138 Schulen und 22 soziale Einrichtungen seien ohne Heizung, teilte Klitschko mit. «Energieversorger und Kommunalbetriebe arbeiten daran, die Energie- und WÀrmeversorgung wiederherzustellen.»
Russland ĂŒbt mit diesen Angriffen vor dem am Sonntag in Florida geplanten Treffen Selenskyjs mit Trump militĂ€rischen Druck aus. Selenskyj dĂŒrfte dagegen bei den Verhandlungen mit Trump erneut die roten Linien fĂŒr Kiew klarmachen. Er lehnt eine Kapitulation mit einem Diktatfrieden zu Moskaus Bedingungen ab.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass bei dem Angriff auch Hyperschallraketen vom Typ Kinschal eingesetzt worden seien. Ziel sei die auch vom ukrainischen MilitÀr genutzte Energieinfrastruktur gewesen.
Russischer Kommandeur stirbt in der Ukraine
Bei einem Drohnenangriff starb in dem von Kiew kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Saporischschja der gegen Moskaus Truppen kĂ€mpfende Kommandeur des russischen Freiwilligenkorps RDK, Denis Kapustin. Das teilte das RDK, das an der Seite der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg kĂ€mpft, bei Telegram mit. Die aus russischen KĂ€mpfern bestehende Einheit kĂŒndigte Vergeltung an, fĂŒr den Tod von «White Rex», wie Kapustin mit Kampfnamen hieĂ.
Das RDK war in der Vergangenheit in dem Krieg auch mit KĂ€mpfern und schwerer MilitĂ€rtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert. Russland hat das RDK als Terrororganisation eingestuft. Kapustin, die mit seinen menschenfeindlichen ĂuĂerungen ĂŒber die «Ăberlegenheit der weiĂen Rasse» auch als einflussreicher Rechtsradikale in europĂ€ischen Kreisen galt, war in Russland in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die Ukraine verteidigt sich seit bald vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.





