PrÀsident, Guatemala

Sorge ĂŒber Krise nach Wahlen in Guatemala

13.07.2023 - 20:23:27

Sandra Torres und Bernardo ArĂ©valo werden sich in der PrĂ€sidentenwahl gegenĂŒber stehen. Die EU blickt indes kritisch auf die Stichwahl.

Angesichts der politischen Krise nach der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl in Guatemala hat sich die EU besorgt geĂ€ußert.

Mit Blick auf die anstehende Stichwahl am 20. August forderte die EU in BrĂŒssel die Institutionen des mittelamerikanischen Landes auf, das Ergebnis des ersten Durchgangs zu respektieren. «Die EU ist tief besorgt ĂŒber die anhaltenden Versuche, die IntegritĂ€t der Wahlergebnisse zu untergraben», hieß es in einer ErklĂ€rung.

Sandra Torres gegen Bernardo Arévalo

In der Stichwahl stehen sich die ehemalige First Lady Sandra Torres und der Sozialdemokrat Bernardo ArĂ©valo gegenĂŒber, der sich als KĂ€mpfer gegen Korruption einen Namen gemacht hat. Die Veröffentlichung der Endergebnisse vom 25. Juni wurde wegen Beschwerden anderer Parteien zunĂ€chst gestoppt. Am Mittwoch bestĂ€tigte schließlich die Wahlbehörde den Einzug von Torres und ArĂ©valo in die Stichwahl.

Kurz zuvor ordnete aber ein Gericht an, ArĂ©valos Partei Movimiento Semilla (Bewegung Saatkorn) wegen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei der Registrierung von Mitgliedern die Zulassung zu entziehen. Das Gericht hat nach EinschĂ€tzung anderer Juristen dazu keine Befugnis.

Auch dĂŒrfen laut Wahlgesetz in Guatemala keine der beteiligten Parteien verboten werden, wĂ€hrend die Wahl lĂ€uft. Die Lage in dem Land mit 17 Millionen Einwohnern ist angespannt.

«Die Absicht ist, unsere Teilnahme an der zweiten Runde zu verhindern», sagte ArĂ©valo auf einer Pressekonferenz. Eine korrupte Minderheit versuche verzweifelt, die Institutionen fĂŒr ihre Zwecke zu manipulieren. Der Staatsanwalt Rafael Curruchiche, der die Klage gegen Movimento Semilla vorantrieb, wurde 2022 von der US-Regierung auf eine Liste korrupter Akteure gesetzt. Vor dem ersten Wahlgang waren bereits mehrere Kandidaten ausgeschlossen worden.

@ dpa.de