Sanktionen, Ungarn

EU verlÀngert Russland-Sanktionen erstmals um zwölf Monate

18.06.2026 - 23:07:06 | dpa.de

Sanktionen der EU gegen Russland mussten bislang alle sechs Monate einstimmig verlĂ€ngert werden. Dies barg Erpressungspotenzial fĂŒr kritische Staaten. Ein Regierungswechsel bringt nun eine neue Lage.

  • Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter andere den russischen Ölsektor. - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa
    Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter andere den russischen Ölsektor. - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa
  • Nach dem Regierungswechsel in Ungarn sind sich wieder alle 27 EU-Staaten beim Thema Ukraine einig. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Nach dem Regierungswechsel in Ungarn sind sich wieder alle 27 EU-Staaten beim Thema Ukraine einig. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter anderem den russischen Ölsektor. (Archivbild)  - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa
    Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter anderem den russischen Ölsektor. (Archivbild) - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa
Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter andere den russischen Ölsektor. - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa Nach dem Regierungswechsel in Ungarn sind sich wieder alle 27 EU-Staaten beim Thema Ukraine einig. - Bild: Michael Kappeler/dpa Die Wirtschaftssanktionen der EU treffen unter anderem den russischen Ölsektor. (Archivbild)  - Bild: Misha Japaridze/AP/dpa

Die EU verlĂ€ngert ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland erstmals nicht nur um sechs, sondern um zwölf Monate. Eine entsprechende Entscheidung trafen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am Abend bei ihrem Juni-Gipfel in BrĂŒssel, wie eine Sprecherin von Ratschef AntĂłnio Costa mitteilte.

In den vergangenen Jahren hatte stets der damalige ungarische Regierungschef Viktor Orbån eine einjÀhrige VerlÀngerung blockiert. Der neue MinisterprÀsident Péter Magyar gilt als deutlich russlandkritischer als sein VorgÀnger, der enge Kontakte zu Kremlchef Wladimir Putin pflegte.

Die Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine umfassen insbesondere BeschrĂ€nkungen im Handel, im Finanzwesen, im Energiesektor sowie in der Industrie, im Verkehrswesen und bei LuxusgĂŒtern. DarĂŒber besteht etwa ein Verbot der Einfuhr von russischem Rohöl auf dem Seeweg, und es wurden etliche russische Banken vom Finanzkommunikationssystem Swift abgekoppelt. 

Der Gesetzestext zur SanktionsverlÀngerung soll in den nÀchsten Wochen vom Ministerrat beschlossen werden. Dies gilt als Formalie. 

EU plant neue Sanktionen

In einer GipfelerklĂ€rung zum Ukraine-Krieg heißt es, die EuropĂ€ische Union bleibe entschlossen, «den Druck auf Russland weiter zu erhöhen und die russische Kriegswirtschaft weiter zu schwĂ€chen, damit Russland seinen brutalen Angriffskrieg beendet und ernsthafte Friedensverhandlungen aufnimmt». Dazu soll es demnach etwa weitere Schritte zur Verringerung der russischen Energieeinnahmen, zur EindĂ€mmung der AktivitĂ€ten der russischen Schattenflotte und zur Isolierung des russischen Bankensystems geben.

Zugleich fordern die Staats- und Regierungschefs Russland erneut zu einem Stopp aller Angriffe auf. Das Land mĂŒsse echten Friedenswillen zeigen, einer vollstĂ€ndigen, bedingungslosen und sofortigen Waffenruhe zuzustimmen und ernsthafte Verhandlungen aufnehmen.

Bulgarien blockiert

Zum ersten Mal seit Dezember 2024 stimmten alle 27 Mitgliedstaaten den ErklĂ€rungen zur Ukraine zu. Möglich wurde auch das durch die Abwahl Orbans. FĂŒr einen Wermutstropfen sorgt bei UnterstĂŒtzern der Ukraine allerdings, dass Bulgariens neuer Regierungschef Rumen Radew Teile des geplanten nĂ€chsten EU-Sanktionspakets ablehnt. 

Radew bestĂ€tigte beim Gipfel, dass er Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill und auch einzelne wirtschaftliche Strafmaßnahmen verhindern will. Man werde keine Sanktionen zulassen, die der bulgarischen Wirtschaft schadeten oder Risiken fĂŒr sie mit sich brĂ€chten, sagte er. Als ein Beispiel nannte er Sanktionen gegen den russischen Energieriesen Lukoil.

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