Bericht, Hamas-FĂŒhrung

Bericht: Hamas-FĂŒhrung uneinig ĂŒber möglichen Geisel-Deal

03.02.2024 - 01:59:35

SchĂ€tzungen zufolge befinden sich noch mehr als 130 Menschen in der Gewalt der islamistischen Hamas. Die Verhandlungen fĂŒr ihre Freilassung laufen, aber es gibt innerhalb der FĂŒhrung Unstimmigkeiten.

In den laufenden Verhandlungen im Gaza-Krieg ĂŒber eine erneute Feuerpause und Freilassung weiterer Geiseln zeichnet sich noch keine Einigung ab. Die GesprĂ€che wĂŒrden unter anderem durch Uneinigkeit innerhalb der FĂŒhrung der islamistischen Hamas erschwert, berichtete das «Wall Street Journal» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Demnach sei der Hamas-AnfĂŒhrer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, inzwischen bereit, einen Vorschlag fĂŒr eine anfĂ€nglich sechswöchige Feuerpause zu akzeptieren. Die im Exil lebende politische Hamas-FĂŒhrung fordere dagegen mehr ZugestĂ€ndnisse und wolle eine dauerhafte Waffenruhe aushandeln. 

Die Geheimdienstchefs der USA, Israels, Ägyptens und Katars hatten Medienberichten zufolge kĂŒrzlich in Paris einen Entwurf fĂŒr ein mögliches Abkommen ausgehandelt, der eine zunĂ€chst sechswöchige Feuerpause und eine schrittweise Freilassung von im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln im Austausch gegen palĂ€stinensische Gefangene vorsehe. Auch Israels Kriegskabinett hat den Vorschlag bisher nicht abgesegnet. MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hat deutlich gemacht, einem Abkommen «nicht um jeden Preis» zustimmen zu wollen. Man werde den Krieg nicht beenden, die Truppen nicht abziehen und fĂŒr einen Geisel-Deal nicht «Tausende Terroristen» aus GefĂ€ngnissen freilassen. 

US-Außenminister reist erneut in den Nahen Osten

US-Außenminister Antony Blinken wird erneut zu KrisengesprĂ€chen im Nahen Osten erwartet. Er werde von diesem Samstag bis zum 8. Februar Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, Israel und das Westjordanland besuchen, teilte der Sprecher des Ministeriums, Matthew Miller, am Freitag (Ortszeit) in Washington mit. Blinkens fĂŒnfte Nahostreise seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast vier Monaten erfolgt im Anschluss an den umfassenden US-MilitĂ€rschlag auf Ziele im Irak und in Syrien. Washington reagierte damit auf den tödlichen Angriff proiranischer Milizen vor wenigen Tagen auf amerikanische Soldaten in Jordanien. US-PrĂ€sident Joe Biden kĂŒndigte bereits weitere MilitĂ€raktionen an, betonte aber, die Vereinigten Staaten wollten keinen neuen Konflikt im Nahen Osten. 

Sein Außenminister Blinken will derweil seine diplomatischen BemĂŒhungen fortsetzen, um ein Abkommen ĂŒber eine erneute Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas und die Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erreichen, wie Miller sagte. Eine solche Feuerpause solle eine dauerhafte und verstĂ€rkte humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung in Gaza ermöglichen. Blinken werde zudem weiter daran arbeiten, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Zudem wolle er die GesprĂ€che mit den Partnern darĂŒber fortsetzen, wie eine friedliche Regelung in der Region geschaffen werden könne, die eine dauerhafte Sicherheit fĂŒr Israelis und PalĂ€stinenser gleichermaßen biete, hieß es.

Terrorangriff auf Israel

Die Hamas hatte bei ihrem beispiellosen Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. SchĂ€tzungen zufolge befinden sich noch mehr als 130 Menschen in ihrer Gewalt. Angehörige in Israel drĂ€ngen die rechtsgerichtete Regierung von Netanjahu massiv, einen neuen Deal zur Freilassung der EntfĂŒhrten auszuhandeln.

@ dpa.de